Paul Plut in Innsbruck: Das geschwätzige Bühnen-Ich eines Solitärs

Paul Plut, dessen Album „Lieder vom Tanzen und Sterben“ man wahre Wunderdinge nachsagt, gastierte am Freitag im Innsbrucker „Treibhaus“. Das Interesse des Treibhaus-Publikums diese zu hören hielt sich in engen Grenzen.

Im Salon #1: Wochenendausflug

Agnes und Elisa, zwei Ladies vom alten Schlag, zusammen haben sie viereinhalb Ehen überstanden. Beide verbindet, dass, bevor sie sich kannten, ihre Unschuld demselben französischen Besatzungssoldaten anheimfiel, pauvre conard. Seitdem gehen sie jede Woche gemeinsam in den Salon. Buttercroissant und ein doppelter Espresso mit ordentlich viel Schlag steht am Programm. Eben alles, was das Leben so zu bieten hat. Zwischen Sahnehäubchen und Wiener Zucker Horoskopen blicken sie von den Alpen auf die Welt.

Freitagsgebet #10: Maske des Menschseins

Alles riecht nach Formalien. Es ist kalt im Raum. Das Skalpell spitz und scharf. Ein Stich, nicht zu tief. Stück für Stück verschwindet die Haut. Die Muskelfasern schimmern im Neonlicht des Kellerraumes. Schließlich ist sie abgelegt. Die Maske des Menschseins. Ein Freitagsgebet.