Omarosa Manigault-Stallworth ist 44. Jahre alt. Sie ist durch die zweifache Teilnahme an Donald Trumps Fernsehshow The Apprentice und ihre dort exerzierte skrupelose Art berühmt geworden. Nebenbei ist sie auch Pastorin in einer Baptisten-Gemeinde und war in zwei Kabinetten von US. Präsidenten (Bill Clinton und bei Donald Trump) als Kommunikationsberaterin tätig. Bei letzterem war sie die einzige dunkelhäutige Frau im Kabinett. Vor einem Monat wurde sie schließlich entlassen. Befragt zu den wiederholt ethnisch diskriminierenden Aussagen von Trump führte die promovierte Kommunikationswissenschaftlerin schließlich diese Woche eine interessante Beobachtung aus: Trump is not racist, he is racial. Zu Deutsch, er ist nicht rassistisch er ist „rassisch“. Hier spielt sie auf eine philosophische Position des Amerikanischen Soziologen William Edward Burghardt Du Bois an. Dieser definiert Racialim als Position, die behauptet, dass unterschiedliche Rassen existieren und diese empirisch durch kollektive Unterschiede unterteilt werden können.
Nun kann man sagen, dass sich die Debatte um racist vs. racial als Augenauswischerei entpuppt. Gleichzeitig wird aber gerade dadurch eine interessante Tatsache aufgezeigt. Während Rassismus klar eine Abwertung und Hierarchisierung ethnischer Gruppen beinhaltet, bleibt Racialism im Behaupten von Unterschieden stehen – ohne diese zu bewerten. Es liegt nichtsdestotrotz auf der Hand, dass Racialism in den meisten Fällen die Propädeutik des Rassismus darstellt. Wir müssen uns aber dennoch die Frage gefallen lassen, bei aller Distanzierung von Rassismus, inwiefern unser Denken racial ist. Gerade die Fokusierung rassischer Strukturen, wenn auch im Interesse von bedrohten Minderheiten, produziert einen öffentlichen Rahmen, in dem nur zu leicht rassistisches Gedankengut seine Resonanz findet. In diesem Sinne mag Omarosa rechtfertigen, dass der 45. Präsident der Vereinigten Staaten selbst kein Rassist im engeren Sinn sein mag. Doch Trumps Racialism ermöglicht in der Gesellschaft breitenwirksam Strukturen als Nährboden für den Rassismus. Racialism macht Rassismus in gewissem Sinne salonfähig, weil sie ihm, die Möglichkeit bietet, fluid zu werden: Er kommt und geht, wie es ihm passt. Man kann ihn aber nicht dingfest machen, denn der Racialism bleibt ja im Behaupten von Unterschieden stehen – ohne diese zu bewerten. Damit lassen sich dann auch leicht folgende Feststellungen tätigen: There are good people – on both sides.

Titelbild: (c) Pexels

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