Im heiligen Land Tirol gilt Marc Hess wohl als Musical-Gott schlechthin. Unter seiner Leitung entstand die Idee „Five guyes named Moe“ ins Tirolerische zu übersetzen. Das Original ist hierzulande weitgehend unbekannt. Wenn Hess zu sprechen beginnt, merkt man seine Leidenschaft ein regionales Angebot zu schaffen das einzigartig ist. Aus den fünf schwarzen, amerikanischen Moes werden also fünf Tiroler, die einmal mehr und meist weniger dem entsprechen, was man unter „am echt’n Tirouler“ versteht.
Um mich stilistisch dem hinzugeben, wird mein Abend also auf Tirolerisch rezipiert.
Am Somstog bin i also am Obend ins Casino. Nit, weil i glabt hob, heint gwinn’ i die Millionen, sondern weil i ins Musical gongen bin. Mei Begleitung war wie immer z’spat, wesholb ma foscht den „prickelnden Empfang“, also a Glasl Sekt, verpasst hatt’n. Des Glasl Sekt wor im Preis dabei und 10Euro Schetons hosch a no griagt.
Noche sein in dem Veranstaltungsraum da ob’n de fünf Moes auf’treten. Fünf Typ’n de sich noch Jahren wieder dazua entschlossen hob’n gemeinsam zu touren. Uaner noch’m onderen isch dann vorg’stellt wordn wia bei der Susi von „Herzblatt“. Jeder hot a onderes Klischee griagt: Uamol der Chef, dann da Liebhaber, a Tirouler-Franzous, der schickie-mickie Ho-Moe und ua g’scheiter Tirouler, der die gonze Zeit lei Ess’n im Kopf hot. Beim Ho-Moe hat ma sich ziemlich z’rugkolten mit die Klischees, beim Tirouler isch ma aber volle dreinblieb’n. Irgendwonn singen dann olle a Liad von ihre verflossenen Lieben und warum sie olle „ledig“ bleiben wollen. Außer der Tirouler tat schu heiraten, wenn uane ihm koch’n tat. Witz hot ma donn a über die Band g’mocht, de aus’m Hef’n kimmt. Es Casino hot ma a immer wieder erwähnt. Man wor also wirklich dort. Und politische Schmees wie „Hypo-Moe“ sein a nit z’kurz kemmen.
G’sungen, g’spielt und tonzt hob’n de fünf Bühnenprofis super. Da merkt ma schu warum da Hess als Mischter Musical in Tiroul gilt. Wenn da mehrstimmig geswingt wird, kann’s da schun mal die Ganslhaut auziach’n.
An Hauf’n Liader wor’n a zum mitsingen und tonz’n. Damit ma sich mitm Text vom „Calypso-Jodler“ leichter tuat, hob’n se a Schildln zoagt:
„Puschka pischi pei – eh eh
Puschka pischi pei – eh eh
Ublia ia iabla
Des isch der Calypso Jodler“
Wer soll sich des denn a auswendig merk’n?! A Polonaise hats a geb’n.
Mit einigen Weisheiten wird ma donn longsom huamg’sungen. Da Zug holt die Fünfe oh und ma heart „Du lebsch nur uamol“ und „Herz und nit Verstand“.

Gespräch mit Marc Hess:

Im Anschluss hatte ich noch die Möglichkeit einige Hintergrundinformationen über die Produktion und die Entstehung zu erfahren.
Generell war die Idee schon lange im wachsen. Irgendwann begann man dann aber konkreter daran zu arbeiten. Auf der Suche nach einer Spielstätte, meldete sich Carina Mauthner vom Casino Innsbruck. Sie ist wahrscheinlich eine der wenigen Tirolerinnen, die das Original kannte und hatte in Hess und sein Team vollstes Vertrauen.
Marc war von der Swingmusik begeistert, eine „eins zu eins“-Übersetzung würde aber nicht funktionieren. „Auf Tirolerisch könnte das was werden“, dachte man sich. Die Übersetzung der Lieder war nicht einfach, weil andauernd auf „ck“ singen eher schwer ist.
Das Original ist eher in die Kategorie Revue einzuordnen. In Europa kennt man entweder Theater oder Musical. Die showlastige Revue mit wenig Inhalt, ist bei uns eher unbekannt. Dort wird viel mitgemacht und gesungen und das gelang mit dem Casino-Publikum nicht an jedem Abend, wie mir mitgeteilt wurde. An meinem Abend hat es funktioniert und man darf den Leuten ja durchwegs mal was zutrauen. So wie in amerikanischen Talkshows macht der Tiroler halt noch nicht mit. Um die locker-flockige Atmosphäre einer Revue zu kreieren, wäre es eigentlich ganz toll, öfter zu spielen. Generell ist die Reise der Moes noch nicht vorbei. Die acht (mit Band) sind abseits der Bühne gute Freunde und man will das Konzept weiterentwickeln.

Fazit:

Musikalisch wor des also a „Eins A“- G’schicht, inholtlich wors mir teilweise schun a bissl z’dünn. Wenn da Tirouler über Liebe singt und dann kimmt lei die kochende Hausfrau vor, find i des mäßig luschtig. Vielleicht wirkt des a nur so komisch, weil a echter Tirouler holt it über Liebe redet (alluan, dass es für „Liebe“ eigentlich kua g’scheits Dialektwort gibt, zoagt, dass ma des it so oft sogt bei ins, oder?). Aufgrund der Nochfroge spielt ma aber schun die zwoate Saison. Derzeit isch no ua Termin am 26. Feber 2016 geplant. In die meischt’n hots g’follen und Spaß und Unterhaltung steht da ja eher im Fokus. Und außerdem isch ma mol wieder im Casino und konn a bissl a Hetz hob’n. Die Dummen haben ja bekonntlich ’s Glick und so isch mei Begleitung zum Beispiel mit über 150Euro ausigongen – da lohnt sich dann so a Obend schu…
Am 4. Feber 2016 bringt da Marc Hess a sei nuie CD ause und sein eigen Gospelchor hot er a no am laff’n. Da woas ma dann schu, warum er der Musical-Gott im heiligen Land isch. Amen.
Titelbild: Die 5 Moes / Facebook

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