"Tirol verliert seine Seele"

In Tirol tickt – für alle laut hörbar – eine Zeitbombe. Medien wie die TT nehmen das bisher kaum zur Kenntnis. Bei den politischen Parteien herrscht beharrlich „Schweigen im Walde“. Ganz so als könnte das Desaster ‚ausgesessen‘ werden. Denn es geht um nicht mehr und nicht weniger als das langsame Verschwinden der Berglandwirtschaft in Tirol.

Auf ans Werk, Tirolerland!

Ist es Patriotismus, in Bierzelten dem „Land Tirol die Treue“ zu schwören? Oder in tränenrührigen Liedern die Schönheit der Heimat zu besingen? Und überhaupt: Wie nennt man es, wenn während und nach politischen Hetzreden rot-weiß-rote Fahnen geschwungen werden? Patriotismus? Nein.

Wir suchen Freiwillige, die unsere einzigartigen Almen und Bergwiesen pflegen

Was wollen wir eigentlich? Milch, die billiger ist als Mineralwasser oder blumenübersähte Bergwiesen und Almen? Entweder oder. Beides zusammen geht nicht. Und: wenn wir jetzt nichts tun für unser kulturelles Erbe müssen wir erst gar nicht mehr anfangen.

Urban Gardening hier, Bergbauernsterben da?

Ist’s eine Mode oder ein Trend? Gärtnern in der Stadt wird jedenfalls immer beliebter. Ich wünsche mir sehr, dass über die Beschäftigung mit dem Grünzeug auch das Wissen um die Zusammenhänge in der Berglandwirtschaft zunehmen. Wenn wir uns jetzt nicht mit diesem Thema auseinandersetzen, müssen wir es in Zukunft erst gar nicht mehr versuchen. Denn dann gibt’s keine Bergbäuerinnen und Bergbauern mehr.

Agro-Industrie und Politik zerstören das kulturelle Erbe der Alpen

Derzeit werden die diversen Social-Media-Kanäle mit Bildern verschneiter Berge, mit Skifahrern und Tourengehern regelrecht ,geflutet‘. Die meist wunderschönen Fotos zeigen eine vermeintlich heile, alpine Welt. In Wahrheit sind es Moment-Aufnahmen einer Welt, die dem Untergang geweiht ist.

"Der Landbote" am Alpenfeuilleton

Der ehemalige Journalist und heutige Oberhirte, Blogger und Pilger Werner Kräutler, übernimmt die inhaltliche Gestaltung des neu eingeführten AFEU.at-Ressorts „Der Landbote“. „Der Landbote“ wird als „Magazin im Magazin“ lanciert. Über die Schwerpunkte und Themen des Landboten, schreibt Kräutler in seinem Kommentar.