Seit ich mich mit dem Zeichnen und der Malerei beschäftige, bin ich um Jahre gejüngt.
Ich bin mir bewusst, dass dieses Wort nicht existiert, doch es beschreibt meinen Zustand – oder besser gesagt den Prozess – einfach zu gut.
Als junger Mensch geht man relativ unbedarft und sorgenfrei durchs Leben. Und dennoch plagt einen ständig etwas.
Sollte ich schon größer sein? Sieht man den Pickel auf meiner Nase? Wann muss man sein erstes Mal erledigt haben? Bin ich gut genug?
Während all diese Fragen mittlerweile beantwortet schienen, hat sich die letzte zuletzt wieder massiv in den Vordergrund gedrängt.
Das Faszinierende daran: Ich wurde mit allem beschenkt.
Der Lockerheit der Jugend. Dem inneren Drang, etwas schaffen und vorwärts kommen zu wollen. Der Vorfreude auf alles Neue. Und eben auch dem Zweifel.
Kann ich das?
Bin ich nicht zu alt?
Sind andere nicht viel besser?
Ist das eine Mid-Life-Crisis, die sich im Jahrzehnt geirrt hat?
Habe ich Talent?
Braucht es das überhaupt?
Darf ich meine Kunst herzeigen?
Verdammt, darf ich das überhaupt Kunst nennen?
Das Schöne an der Jugend ist, man vergisst. Den Pickel und auch den ersten Kuss.
Im Alter ist das mit dem Vergessen gleich.
Deshalb bleibe ich entspannt, zeichne weiter und genieße das Geschenk der unverhofften Jugend.