Roboter-Figuren können mit originalem Dressing versehen werden, also Ballettkleid, Schützenuniform, Muller-Visage, Dirndl.
1.
Seit dem deutschen Bundeskanzler anlässlich seines Chinabesuchs eine perfekte Roboter-Show dargeboten worden ist, versuchen Kunstagenturen, mit heimischer Software den defizitären Ballett-Betrieb allenthalben in die Gewinnzone zu bringen.
Diese Bilder gingen um die Welt. In einem chinesischen Zukunftszentrum wird dem deutschen Bundeskanzler bei seinem wirtschaftlich unterlegten Staatsbesuch ein Roboter-Ballett vorgeführt.
Selbst im fernen Tirol erkennt man schlagartig, dass hier die Zukunft des klassischen Tanzes liegt. Die einzelnen Figuren sind nämlich mit Knopfdruck zu gendern, sie sind sexuell nicht untergriffig und vermögen vor allem Choreographien längst vergangener Epochen nachzutanzen.
Wer einmal in London die ABBA-Show als Hologramm gesehen hat, wird sich nie mehr in das Chaos überfüllter Eisstadien begeben, um etwas Kleines auf der Bühne zu sehen, das mühselig eine Performance abliefert.
Das Hologramm hingegen tritt in gepflegtem Ambiente perfekt auf und kennt keine Schwankungen der Tagesform.
Die Weiterentwicklung des Hologramms könnte das Roboter-Ballett sein.
2.
Das Roboter-Ballett ist mittlerweile überall auf der Welt so ausgereift, dass es sich sehen lassen kann.
Es ist zu einer eigenen Kunstgattung geworden, worin sich die Kunst der üblichen Körper entledigt und so einer angesteuerten Perfektion sehr nahe kommt.
Für Tiroler Betriebe bestünde nun die Möglichkeit, das Kulturgut „Robolett“ zu einem internationalen Verkaufsschlager zu machen, indem es sich auf Weltchoreographie spezialisiert.
Hand in Hand mit der Entwicklung der Figuren sollte jene Software gestaltet werden, die es erlaubt, die herausragendsten Choreographien der Geschichte in a-sexueller und gegenderter Form zur Aufführung zu bringen.
Denn seien wir ehrlich, welche Eltern werden in Zukunft noch ihre Kinder zum Ballett schicken, wenn sie dort in einer sexuell aufgereizten Stimmung Körperschäden antrainieren müssen, die sie ab der Hälfte des Lebens als Invalide aussitzen müssen.
3.
Apropos Körperschäden und Robotik.
Niemand findet es ungustiös, wenn bei Paralympics Sportler mit Ersatzgliedmaßen die Kunstschnee-Hänge hinunter rauschen.
Im Gegenteil. Die Ersatzgliedmaßen funktionieren oft besser als die Originalteile aus biologischer Masse.
Ähnlich profitieren Kriegsversehrte auf allen Kontinenten, die in manchen Gegenden wieder so häufig auftreten wie Veteranen bei uns in der Nachkriegszeit.
Auch hier hat die Robotik ein hohes Niveau erreicht und federt beim Anheuern von Rekruten die Angst vor Kriegsversehrtheit ab, da sich die Gliedmaßen-Robotik ebenso schnell entwickelt wie Kamikaze-Drohnen.
Und nicht zu vergessen die älteren Publikumsjahrgänge, die oft mit künstlichen Organen und Gelenken ausgestattet sich am Landestheater nur unter Mühe eine gewisse Grundaufmerksamkeit abringen. ‒ Wer schaut schon gerne den gequälten Körpern auf der Bühne zu, wenn er selbst gerade erfahren hat, wie easy künstlich eingepflanzte Gelenke funktionieren können?
4.
Konkreter Vorschlag für das Tiroler Robolett:
Da der Name Robo-Ballett schon eine geschützte Marke ist, sollte unter einem griffigen Label das Ballet der Zukunft entwickelt und für den Export vorbereitet werden.
Im ersten Schritt könnte man das bestehende Ballett mit künstlichen Figuren ergänzen und allmählich auf natürlichem Weg ersetzen.
Gefragt sind Firmen aus der Szene, die sich mit den entsprechenden künstlerischen Leitern zusammentun, um die Prototypen für ein „Tiroler Welt-Ballett“ zu kreieren.
In der Folge sollten die Auftrittsmöglichkeiten erweitert werden. Der Landesübliche Empfang bietet sich an, aber auch die diversen Umzüge und Schaulaufen für den touristischen Bedarf.
Die Figuren können mit originalem Dressing versehen werden, also klassisches Ballettkleid, Schützenuniform, Muller-Visage etc.
Mit diesem choreographischen Modell lässt sich die historische Idee des Balletts bestens in die Zukunft tragen.
Denn die jetzigen Kleinballette in diversen Häusern der Provinz sind nicht mehr finanzierbar und nicht einmal mehr als Karikatur geeignet.
STICHPUNKT 26|26, geschrieben am 27.03. 2026