Was alles wäre der Republik erspart geblieben, hätte Thomas Schmid diese alte Weisheit beherzigt!
Und das gilt weltweit. Wenn man sich täglich das Gebrabbel des US-Möchtegern-Weltenherrschers anhören muss und mit dem Schweigen auf der anderen Weltseite vergleicht, muss man dem Sprichwort rechtgeben. Oder beim Scrollen durch die Sozialen Medien. Das ist doch alles Blech.
Wenn Zeitungen im Kriegsfall verkünden, wie viele Abwehrwaffen wo fehlen, oder wenn diplomatische Geheimgespräche an die Presse „durchgestochen“ werden, ist das Ergebnis nicht Gold, sondern Granit bei sämtlichen Verhandlungen.
Wenn bei staatlichen und staatstragenden Institutionen — in Ermangelung brauchbarer Aufsichtsstrukturen und Whistleblower-Regelungen — Verfehlungen veröffentlich werden, noch bevor der Sachverhalt klargestellt ist, endet das meist bloß im Schmutz. Und wenn unsere parlamentarischen Volksvertreter sinnlos aneinander und am Thema vorbeireden, sich gegenseitig unterbrechen, sich in der zehnten Wiederholung des immergleichen Slogans gefallen und ihnen trotzdem nicht das Mikro abgedreht wird, dann wird kein Sachverhalt silbrig erhellt, sondern dient alles Reden nur der totalen Verdunkelung. Auch eine Schwemme hunderter parlamentarischer Anfragen, z.B. zu Frisörrechnungen eines kahlköpfigen Bundeskanzlers, sind das Fragen so wenig wert wie eine Antwort. Da versuchen bloß welche, silbernes Kleingeld zu schlagen, dabei wäre Schweigen hier wirklich Gold.
Doch: Fördertransparenz? Lohntransparenz? EU-Transparenzdatenbank? Oh Gott, das macht so viel Arbeit! Und man stelle sich vor: Da könnte ein Nachbar, eine Arbeitskollegin neidisch werden! Jemand könnte bemerken, dass er oder sie benachteiligt wird! Wir wollen doch den sozialen Frieden nicht gefährden! Falls halt einmal Kinderbetreuungspersonal, dem seit Jahren ein höheres Gehalt zugestanden hätte, dies zufällig erst nach der Verjährungsfrist erfährt, dann ist das eben Pech. Sorry. Oder, welche Zumutung! – eine TV-Übertagung von Untersuchungsausschüssen? Meine Güte, da könnte am Ende der Bürger gelangweilt abdrehen, weil ein vielbewunderter Politiker sich langweilig bei jeder Frage entschlägt, inkompetent herumstottert oder gar auf laufende Strafverfahren verweisen muss. Wo in Österreich ein altes Dienstgeheimnis, ein Betriebsgeheimnis, irgendein Datenschutzbedenken ins Treffen geführt werden kann, wiegt jede Auskunft sofort schwer wie Blei.
Anonymisierte Gesundheits- und andere persönliche Daten für eine brauchbare statistische Auswertung freigeben? Unmöglich! Irgendein X-Beliebiger könnte schließlich die (womöglich von „befreundeten Firmen“ etwas unprofessionell erstellte) Verschlüsselung knacken! Bei Straftätern und Gefährdern zwischen Ermittlungsbehörden – unter Verschwiegenheitspflicht und richterlicher Aufsicht — relevante Daten austauschen? Geht gar nicht! Man kann, Amtseid und Gesetze hin oder her, keinem Beamten trauen! Womöglich wählt er die andere Partei? Und garantiert würde die Polizei, wie beim Terrorparagrafen, sowieso immer nur die Falschen ausforschen. Oder es würde gar ein Diensthandy ins Wasser fallen, ein Laptop kaputtgehen und von den Falschen wiederhergestellt werden, ein Datenstick mit allersensibelsten Personaldaten aus dem Innenministerium in private Hände und am Ende bis nach Russland gelangen … Um so etwas zu vermeiden verzichtet man doch lieber auf jeglichen Datenaustausch und Transparenz!
Fazit: Kein österreichisches Amt vertraut dem andern. Keiner vertraut dem Bürger, und der Bürger misstraut sowieso inzwischen jeder Obrigkeit. So bleiben wir im Zweifel lieber bei der alten Parole. Schweigen ist Gold. Dieses Gold kassiert zwar immer ein ganz verschwiegener Klüngel – die großen Unbekannten „da oben“. Aber ein bisschen Silber lässt sich beim Motzen und Schimpfen von den Gewieften, die „das System“ durchschauen und mitbenützen, ja doch auch noch lukrieren.