Am kommenden Samstag, dem 25. April 2026, findet um 20 Uhr im Haus der Musik in Innsbruck wieder ein ganz besonderes Konzert statt. Und zwar jenes der Stadtmusikkapelle Innsbruck – Mariahilf / St. Nikolaus.
Restkarten reservieren hier.
Wir haben zwei Musiker zum Interview gebeten. Wie sind beide zur Kapelle gekommen? Was macht das Frühjahrskonzert 2026 besonders?
Lieber Gerhard (Staggl, 73 Jahre), lieber Pirmin (Schlag, 16 Jahre), beginnen wir mit einer einfachen Frage. Seit wann seid ihr bei der Musikkapelle und wie seid ihr jeweils dazu gekommen?
Gerhard: Das war im Jahr 1986 mit 33 Jahren. Der damalige Obmann Markus (Schillegger) und ich haben zu der Zeit in derselben Firma gearbeitet. So ist der Kontakt zur Kapelle entstanden. Markus hat mir dann Kapellmeister Valentin (Eibisberger sen.) vorgestellt. Bei ihm habe ich mit dem Klarinettenspielen begonnen. Mein erstes Ausrücken war bei der Erstkommunion in der Pfarre Guter Hirte im Jahr 1987.
Pirmin: Ich bin seit Herbst 2024 bei der Kapelle. Dazugekommen bin ich hauptsächlich durch meine Schwester Magdalena (Querflöte) und meine gute Freundin Sabine (Horn), die ich von klein auf kenne. Beide waren schon länger dabei und haben mich motiviert.
Pirmin, du spielst bei uns Waldhorn. Warum?
P: Weil es ein sehr schönes Instrument ist. Sabine hat es schon länger gespielt und war deshalb auch ein bisschen ein Vorbild für mich.
Das Horn gilt als eines der schwierigsten Instrumente. Woran liegt das?
P: In Sachen Ansatz ist es sehr speziell. Und es hat eine sehr große Bandbreite. Man kann sehr filigran spielen oder sehr laut und wild. In der Kapelle spiele ich aktuell das vierte Horn und bin damit die tiefe Stimme, die oft die Bassfunktion übernimmt oder verstärkt. Ich bin so quasi der Grundteppich, die Basis. Das gefällt mir sehr.

Was bereitet euch am Musizieren so große Freude?
G: Wenn wir ein neues Stück einstudieren und nach vielen Proben etwas Gutes dabei herauskommt, bin ich ein wenig stolz auf mich. Es macht mir Freude, mit so vielen großartigen Musikanten und Musikantinnen gemeinsam zu spielen. Nach einem langen Arbeitstag haben mich die Proben früher manchmal schon Überwindung gekostet – auch wenn sie ein probates Mittel waren, um den Kopf freizubekommen. Heute in der Pension freue ich mich auf jede einzelne Probe.
P: Das gemeinsame Erschaffen von Musik – dass quasi jeder seinen Beitrag zum großen Ganzen leistet und man am Ende ein stimmiges Gesamtstück hat, das gut klingt –, macht einfach große Freude.
Was macht unsere Musikkapelle besonders?
P: Wir sind eine supernette Gemeinschaft. Jeder wird so akzeptiert, wie er oder sie ist. Auch innerhalb der Stimmgruppen herrscht eine sehr feine, angenehme Atmosphäre. Man kann miteinander auch ratschen. Die Leute sind quasi Freunde, nicht nur Musikkollegen. Auch wenn bei den Proben natürlich fleißig gearbeitet wird (schmunzelt).
G: Ich bin jetzt beinahe 40 Jahre bei der Musikkapelle Mariahilf-St. Nikolaus und durfte unter dem Dirigat von Valentin Eibisberger, Josef Schober und Stefan Gritscher spielen. Aufgrund meines Alters und der beruflichen Auslastung waren meine Fortschritte beim Klarinettenspielen eher bescheiden; trotzdem haben mich alle Kapellmeister „leben lassen“ und mich nie so gefordert, dass ich das Handtuch geworfen hätte. Dafür bin ich dankbar – und natürlich auch für die Kameradschaft innerhalb der Kapelle und im Speziellen im Klarinetten-Register.

Welche Stücke begeistern dich persönlich? Welches Genre oder welcher Komponist? Klassisch? Filmmusik?
Gerhard: Wenn ich Musik höre, bin ich Klassik-Fan. Beim Spielen habe ich keine speziellen Präferenzen, solange die Stücke für mich spielbar sind (schmunzelt).
Pirmin: Persönlich gefällt mir ältere, also klassische Musik sehr gut. Haydn, Beethoven … Diese getragene Musik, das ist einfach großartig.
Bist du mit dieser Vorliebe in deinem Alter eher eine Seltenheit oder teilen das viele?
P (lacht): In meiner Klasse gibt es zwei, drei andere, die das teilen. Ansonsten bin ich in dieser Hinsicht eher ein Außenseiter. Privat höre ich Unterschiedliches: von Blasmusik bis Popsachen. Einfach quer durch, alles Mögliche.
Ein paar Worte zum diesjährigen Frühjahrskonzert? Auf was freust du dich am meisten? Gibt es einen Moment, bei dem die Besucher:innen besonders hinhören sollten oder der dich nervös macht?
Gerhard: Ich freue mich im Besonderen auf „Pique Dame“ von Franz von Suppè. Für die Zuhörer sind wirklich alle Stücke hörenswert. Als dritter Klarinettist bin ich zum Glück nicht so exponiert, dass ich speziell nervös sein müsste. Aber natürlich habe ich einen etwas erhöhten Puls, auch wenn ich nur ein Amateurmusiker bin.
Pirmin: Die heurige Mischung ist ziemlich cool. Star Wars kennt natürlich jeder. Das ist ein großes, mächtiges Stück. Wir spielen aber auch leisere, filigranere Stücke. Beides hat Platz. Durch unseren Kapellmeister Stefan (Gritscher) haben wir natürlich wieder viel Filmmusik mit dabei. Aber das passt mir sehr gut (lacht). Ganz besonders hinhören sollten alle bei Star Wars, beim Hornsolo gleich zu Beginn des zweiten Satzes. Das ist wirklich eine sehr schöne, besondere Stelle.
Vielen Dank für das Gespräch und auf ein wunderbares Konzert!

Programm 2026
- „Wiener Philharmoniker Fanfare“ (Richard Strauss)
- „Pique Dame“, Overtüre zur gleichnamigen Operette (Franz von Suppe)
- „The Furies“ Suite zur Filmmusik (Franz Waxman)
- „Adagio aus der 2.Symphonie“ (Sergei Rachmaninov)
Pause
- „Star Wars“ – 3 Sätze – Main Theme/ Princess Leia/ Imperial March (John Williams)
- „Legends of the Fall“ – The Ludlows (James Horner)
- „Seyffertitz Marsch“ (Rudolf Achleitner)