Zehn Sprachmedikamente zum gesunden Gendern

11. November 2025
1 Minute Lesezeit
(c) Helmuth Schönauer

Seit der Nationalratspräsident beim Gendern keine Sonderzeichen für Amtstexte mehr zulassen will, stellt sich die Frage nach Alternativen.

Hier die zehn gängigsten Methoden, wie man ohne Sonderzeichen gendern kann.

1.
„nossinnen und nossen“ als verkürzte Verdoppelung
Die verkürzte Verdoppelung wird in den Gewerkschaften schon seit Jahrhunderten mit dem Adelsprädikat „Nossinnen und Nossen“ verwendet.
Beispiel: [Gemurmel] Innen und Innen nehmen an der Sitzung teil.

2.
„-schaft“
Beispiel: Die gute alte Kundschaft geht der übertriebenen Geschlechterschnüffelei elegant aus dem Weg.

3.
„Menschen“
Beispiel: Zwei Menschen im Wasser werden von zwei Menschen am Ufer gerettet.

4.
„englische Bezeichnungen“
Officer oder Manager bleiben im Englischen immun gegen Anstürme von Geschlechtsfetischismus.
Beispiel: Eine Einsatz-Officer beschreibt den Einsatz als geglückt.

5.
„Runde“
Beispiel: Eine Rettungs-Runde konnte einen geglückten Einsatz verzeichnen.

6.
„Neologismen“
Beispiel: Tirolernde sind alle, die auf Tirol abfahren und etwas mit dem Begriff Tirol inszenieren.

7.
„Gruppe“
Beispiel: Eine Gruppe mit Kollapssymptomen konnte aus dem Wasser gerettet werden.

8.
„Cluster“
Beispiel: Menschen aus dem Cluster Rettungskette konnten erfolgreich zur Tat schreiten.

9.
„-wesen“
Personen aus dem Bereich Rettungswesen durften ins Landhaus zur Ehrung.

10.
„Umstellung“ 
Beispiel: Aus „ausgebildete Psychologen“ werden „psychologisch Ausgebildete“.

STICHPUNKT 25|83, 04.11. 2025

Geboren 1953. Ist seit Gerichtsverfahren 1987 gerichtlich anerkannter Schriftsteller, bis 2018 als Bibliothekar an der ULB Tirol. Als Konzept-Schriftsteller hält er sich an die These: Ein guter Autor kennt jeden Leser persönlich.

Etwa 60 Bücher, u.a.:
* BIP | Buch in Pension | Sechs Bände. (2020-2026)
* Happy Hölle Tirol | Galgenhumor auf der Tirolic. (2026)
* Leck Tirol. | Aus einem kaputten Lokalsender. (2025)
* over-tyroled. | Geheimnisse aus Trash-Tirol. (2024)
* Austrian Beat 2. [Hg. Schneitter, Schönauer, Pointl] (2023)

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