Sweet Lake

Ein Gedicht über die ernüchternde Realität. Goa, Indien.

1 Minute Lesedauer
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Wellen rauschen,
Affen plauschen,
Bäume lauschen,
wie kühle Winde
über Klippen sausen.

Hinter dem Meer,
hinter dem Strand,
hinter dem See,
liegt heiliges Land.

Tief im Dschungel –
unter grünem Dach:
ein Fels, ein Bach;
fällt kristallklares Nass.

Durch Dickicht
bricht
verstohlen das Licht.

Im Fluss ein Becken
aufgestaut,
Damm aus Stein
und Plastiksack gebaut.

Am Ufer ein Turm
aus Flaschen, Dosen,
überwuchert
von den Moosen.

Sonnenölfilm
schillert farbenfroh,
so schön wie hier,
ist’s nirgendwo!

… hat er gesagt.

Nun reibt er die Körper
halbnackter Frauen
mit „Schlammbad!“ ein.

Verspricht breit grinsend Heilung
für alle Wehwehchen.
Erst ein Akt der Freundschaft,
nachher gegen Bezahlung.

Man muss etwas
von der Welt gesehen haben,
um sich darin zurechtzufinden.


Sweet Lake, Goa, Indien 2 (c) M. Mitternoeckler
Sweet Lake, Goa, Indien 3 (c) M. Mitternoeckler

Geboren 2001 in Innsbruck. Freie Journalistin mit Liebe zu Reportagen. Bis vor Kurzem fixer Bestandteil der Tiroler Redaktion einer österreichischen Tageszeitung. Mitglied im Turmbund, erste Lesung 2021. Kommt ursprünglich aus dem Schauspielbereich. Gerade neugierig in Asien unterwegs.

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