Ab wann darf man seine Werke anderen Menschen zeigen?
Diese Frage beschäftigt mich seit ein paar Tagen.
Und ich spreche hier nicht vom freundlichen Blick der Ehefrau/des Ehemanns, eines Familienmitglieds oder guter Freunde.
Ich spreche auch nicht vom Hochladen auf eines der diversen sozialen Netzwerke.
Ich spreche vom öffentlichen Ausstellen. Vom Nackigmachen vor fremden Menschen. Vom Verletzlichsein.
Der Wunsch, die eigene Kunst an einer Wand hängen zu sehen und dabei mit anderen Menschen darüber zu sprechen, ist einfach so entstanden. Da kann man nicht viel dagegen machen.
Aber natürlich stellt sich dabei unweigerlich die Frage: Woher kommt dieses Verlangen?
Bin ich ein so eitler Mensch, der die Meinung von außen braucht, um die eigenen Werke als ernsthaftes Handwerk oder gar als Kunst wahrnehmen zu können?
Sind die – mal mehr, mal weniger gelungenen – Bilder weniger wert, wenn sie bei mir im Atelier liegen? Schön gestapelt, behütet und irgendwie anonym?
Brauchen sie den Blick des Betrachters, den Schritt ins Öffentliche, um echt, um wahrhaftig zu sein?
Oder ist es lediglich mein inneres Kind, das sich nach Anerkennung sehnt und hofft, diese dadurch zu erhalten?
Wenn ja, was bedeutet das für mein Tun?
Zeichne ich, was ich sehe? Was mich beschäftigt?
Oder wähle ich die Gefälligkeit – das Motiv, das rasch erkenn- und lesbar ist, und damit die Chance erhöht, dass es gefällt?
Und was bedeutet das für mein restliches Leben?
Diese Fragen werden mich noch länger beschäftigen.
Vielleicht werde ich auch nie schlüssige Antworten darauf finden.
Aber wie es auch kommen mag: Jeden Tag über Kunst nachdenken und mit ihr arbeiten zu dürfen, ist letztlich Geschenk genug.
Der Rest kommt von ganz allein.
Blick ins Atelier
Aus der Serie „Bergakt, 2025-2026“.
Kohle, Kreide, Pastell auf Papier und Leinwand.











