Was da unter einem so harmlos technokratischen Begriff daherkommt wie die EU-Entgelttransparenzrichtlinie, sodass man nur ein langes Wort, aber keinesfalls langwierige Probleme damit in Verbindung bringt, ist in Wahrheit ein Monster! Der Laie stellt sich ja bei so einem dem Gesetz vor, dass da in den Rechnungs- und Personalabteilungen der großen Betriebe einer am PC ein paar Excel-Tabellen verknüpft, und die Sache hat sich. Schließlich weiß der Computer, wenn schon nicht der einzelne Angestellte oder gar der Chef, welche Männer und Frauen welche Arbeit verrichten und wieviel Lohn und Zulagen sie dafür bekommen, täte man meinen. Auch das Auseinanderdividieren in Männlein und Weiblein (mit einer gewissen neuzeitlichen Unschärfe durch Diversität und fremdländische Vornamen), das Einteilen in Lohngruppen, das schlussendliche Ausrechnen von Prozentzahlen aus der Summe der Lohnunterschiede dürfte dem Programm ohne große vorherige Programmierung möglich sein. Denkt man.
Was sich der Laie niemals gedacht hätte: Die EU hat ein Bürokratiemonster auf uns losgelassen! Da gibt es jetzt nur eins: Statt sich, wie bisher, mit den kleinsten störenden Eindringlingen ins herkömmliche Wirtschaftsgefüge zu befassen, müssen unsere wohlbestallten Kammerjäger auf Monsterjäger umschulen! Das Brüsseler Bürokratiemonster ist nun der gefährlichste Feind!
Österreichische Politik und ihre Bünde und Kammern, die bisher das Monopol auf Formulare und Bürokratie hatten und gut davon lebten, mutieren nun zu erbarmungslosen Rächern an jeglichem Papierkram! Lieber bezahlen wir Millionenstrafen, als noch ein Papierl nach Brüssel schicken zu müssen! Lieber lassen wir die Frauen im Unklaren, warum sie weniger verdienen als der Kollege an der Maschine daneben. Die Millionenstrafen nach Brüssel zahlen ja sowieso die Steuerzahler, die Hälfte davon sind eh bloß Frauen. Werfen wir doch lieber die dem Monster zum Fraß vor!