Viel zu viele Metaphern

22. Juni 2026
1 Minute Lesezeit
Foto von Rob Schreckhise auf Unsplash

Da ist gerade ein Wendepunkt, womöglich schon ein Endpunkt erreicht. Etliche Endpunkte. Stündlich kommen weitere dazu, quasi in ewiger Fortsetzung …

Etwas bricht oder reißt oder überschwemmt uns täglich. Die Kippunkte kippen. Das haben solche natürlich an sich. Unnatürlich ist bloß, dass manche die Schieflage nicht bemerken. Nicht einmal wahrhaben, wenn sie selbst abstürzen, sich bereits im freien Fall befinden. Sie nennen es dann alternative Wahrheit oder preisen das Erlebnis.

Die Geduldsfaden reißen. Auch die besten Fahnenstangen brechen, wenn man zu hoch hinauswill und an ihrem Ende angelangt ist. Doch manche glauben nicht an den Fall, solange Aktienkurven nach oben zeigen. Rechnen sich Bullen- und Bärenmärkte aus und glauben fest, dass ihnen diese Tiere nichts anhaben werden.

Und, um in der Tierwelt zu bleiben: es gibt viele, die machen sich gerne zum Affen: nichts hören, nichts sehen, nicht über Unangenehmes sprechen – dann wird´s schon nicht sein. Und dann gibt´s wieder andere, die packen jede Gelegenheit beim Schopf, einmal so richtig die Sau rauszulassen und sich möglichst viehisch zu benehmen.

Und was könnte man jetzt machen, um aus diesem Sammelsurium falscher Bilder herauszukommen? Vielleicht einfach aufhören mit dem bilderreichen Sprücheklopfen, ohne großspurige Ansagen die Ärmel hochkrempeln und mal so richtig in den Dreck greifen, um die vielen Sümpfe trocken zu legen. Kurz: Man könnte endlich das Nötige — tun.

Geboren 1954 in Lustenau. Studium der Anglistik und Germanistik in Innsbruck Innsbruck. Lebt in Sistrans. Inzwischen pensionierte Erwachsenenbildnerin. Tätig in der Flüchtlingsbetreuung. Mitglied bei der Grazer Autorinnen und Autorenversammlung Tirol, der IG Autorinnen Autoren Tirol und beim Vorarlberger AutorInnenverband. Bisher 13 Buchveröffentlichungen.

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