Nicht selten erwische ich mich dabei, wie ich meine eigene Leistung schmälere.
„Ach, das kann bald mal jemand.“
„Was habe ich in den letzten Monaten und Jahren wirklich erreicht?“
„Bin ich wirklich besser geworden?“
Abgesehen davon, ob man tatsächlich immer besser als man selbst oder andere sein muss, sind diese Gedanken schlichtweg falsch.
Gelehrt haben mich das Zeichnen und die Malerei.
Vor wenigen Wochen bin ich in eine stark abstrakte Phase eingetaucht. Die Motive verschwinden. Die Realität tritt zurück. Die Formen verschwimmen.
Was bleibt sind Farben, Ausdruck, Gesten.
Und Werke, bei denen ich mir selbst schon gedacht habe
„das kann doch jedes Kind.“
Vielleicht ist dem so. Aber der Gedanke greift zu kurz. Schon wieder ignoriere ich eine Entwicklung, die nur deshalb möglich war, weil Freude, Leidenschaft und Durchhaltevermögen zusammengetroffen sind.
Was im echten Leben oft nicht gelingt, gelingt mir in der Kunst.
Ich hole die alten Blätter und Leinwände und sehe es plötzlich klar und deutlich.
Was heute möglich ist, ist Teil einer Entwicklung. Vor ein paar Wochen oder gar am Anfang wäre dieses Blatt, dieser Stil, dieser Mut so nie passiert.
Was also „jedes Kind kann“, kann ich erst, weil ich Vorarbeit geleistet habe, drangeblieben bin, mich ausprobiert und die Wohlfühlzone verlassen habe.
Insofern bin ich für das Zeichnen und die Malerei extrem dankbar.
Sie zeigen mir täglich, was ich jahrelang übersehen habe.
Entwicklung.
Nicht als großer Sprung.
Sondern als viele kleine Schritte.
Die eigentliche Erkenntnis:
Manchmal muss man innehalten, um zu sehen, wie weit man bereits gekommen ist.
Blick ins Atelier










