Straße der alten weißen Männer

Über ein unliebsames Erlebnis mitten in der Stadt.

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Monika, du glaubst nicht was mir letztes Wochenende passiert ist. Da bin ich durch die Straße der Irren gewandelt.

Dabei wollte ich nur meinen Morgen-Cappuccino genießen und Charly Gassi führen.

„He Tusse. Schau, dass mit deim Wauwau wo anders zum Scheißen hingehsch. Des is a saubere Straße“, hat ein alter Mann vom Balkon geschrien.

Als ich mich kurz hinsitzen und durchschnaufen wollte, kam ein anderer älterer Herr und meinte „Trutschn, des is mei Bankl. Seit fufzig Jahr. Schaug, dass weiterkimmsch. Eigentum von Peter!“

Ich war so perplex, dass ich gar nicht antworten konnte und einfach weitergegangen bin.

Und zu guter Letzt stand vor einem Hauseingang ein Hausmeister, der mir erklärte, dass ich nicht so blöd schauen soll. „Die Welt braucht Arbeiter und keine großkopfatn Akademiker, de no nie an Besn in da Hand ghab ham.“

Zum Glück wollte Charly auch schnell weiter und musste nur kurz pinkeln.

„Mach dir nichts drauß Kleines. Die Straße der alten weißen Männer ist bei uns berühmt-berüchtigt. Was sich für dich wie eine Beleidigung anfühlt, ist aus ihrer Sicht nur ehrlich. Weil die Welt viel „mehr ehrliche Leut'“ braucht, wie sie sich gegenseitig immer erzählen. Einfach lächeln und weitergehen. Die bellen nur. Mei so ein süßes Hundi“, beruhigte mich eine ältere Dame, die gerade vom Bäcker nach Hause kam.

Wer hat diese Männer nur so verletzt?

Alles Liebe,
deine Tanja

PS: Markus Stegmayr und Julian Zanon befinden sich aktuell auf Urlaub. Aus diesem Grund erscheint heute ein Text von „Tanja“.

Ein Leben zwischen Schreibmaschine und Fußballplatz. Eigentlich Betriebswirt. Heute mal Autor, mal Sportmanager. Hat das ALPENFEUILLETON ursprünglich ins Leben gerufen und alle vier Neustarts selbst miterlebt. Auch in Phase vier - "Diskursplatz für Selbstdenker" - aktiv mit dabei und fleißig am Schreiben.

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