The power of being nice V

oder warum man nicht genug Komplimente machen kann.

4 Minuten Lesedauer
(c) Michael Baumgartner
AFEU Kolumnist (c) Michael Baumgartner

Sie sind eigentlich leicht zu machen, schwer anzunehmen und für viele noch schwerer anzuerkennen, wenn sie jemand anderer bekommt. Komplimente. Die volle Pralinenschachtel der Sprache.

Mir fällt es immer wieder auf wie unterschiedlich Menschen auf Komplimente reagieren. Vielen ist es mehr als unangenehm Komplimente zu bekommen. Ein verlegener Blick zur Seite, eine abwehrende Handbewegung und ein „Ach komm, so ein Blödsinn“, gehören zum Standardrepertoire jedes Menschen. Doch am Ende leuchten die Augen doch ein bisschen mehr als sonst.

Wieder andere können einfach keine Komplimente machen. Es ist ihnen einfach zuwider jemandem zu sagen, dass er oder sie heute besonders gut aussieht oder etwas extrem gut gemacht hat. Von solchen Menschen kommt das Kompliment dann meist in einer bissigen Bemerkung versteckt und ist nicht so einfach zu erkennen. Wenn man es erkennt, dann ist es aber fast noch einmal mehr wert, wie das klassische Kompliment.

Die dritte Gruppe kann es nicht ausstehen, wenn andere Menschen Komplimente bekommen. Diese Gattung versucht dann meist vom Kompliment abzulenken oder dieses unter dem Deckmantel der Ehrlichkeit dem Komplimentierten um die Ohren zu knallen. Denn wer ehrlich ist, kann doch nicht böse sein, spricht er doch die Wahrheit. Ich verstehe das überhaupt nicht – denn mir macht es nichts aus wenn andere ein Kompliment bekommen. Selbst wenn es – in meinen Augen – ungerechtfertigt sein sollte.

Ich selbst mache sehr gerne Komplimente und bin mittlerweile auch relativ gut darin sie anzunehmen. Auch das ist ein wichtiger Lernprozess, der sich aber lohnt.

Komplimente sind wichtig. Sowohl wenn man sie macht, wie auch wenn man sie bekommt. Man fühlt sich einfach gut danach. Die Wertschätzung von andern zu spüren ist ein tolles Gefühl. Jemandem ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern war auch noch nie einfacher wie mit einem kleinen Kompliment. Eigentlich sollte man das jeden Tag machen.

Etwas, das ich mir vorgenommen, aber selbst noch nicht geschafft habe, ist es, auch einmal wildfremden Menschen auf der Straße einfach zu sagen, wenn mir etwas gefällt – ein schönes Outfit oder eine gute Tat. Es kostet Überwindung. Das Glücksgefühl stelle ich mir aber noch einmal größer vor, als wenn man denjenigen kennt.

Mir persönlich ist es noch nie passiert, aber meiner Frau schon zweimal und beides Mal in den USA. Einmal in einer Bar in New York, als ihr eine Dame ein Kompliment zu ihrer Frisur gemacht hat und das andere mal, als sie in Miami von zwei Frauen mit dem Auto angehupt und ihr zu ihrem coolen Style gratuliert wurde. Beides mal kannten wir die Personen nicht, aber sie haben den Tag für uns besser gemacht, ohne viel dafür zu tun.

Deswegen. Macht gerne mehr Komplimente. Es tut gar nicht weh und ihr macht anderen damit immer eine Freunde.

In diesem Sinne, ihr seid wunderbar und be nice. 🙂

Ruheloser Serial Entrepreneur und Podcaster aus Innsbruck. Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Redet eigentlich lieber wie er schreibt, aber siehe Satz zu neuen Herausforderungen, weiter vorne. Hat sich seine kindliche Begeisterung für alles was Popkultur betrifft erhalten.

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