Wir schaffen das einfach nicht mit den Windrädern! Keiner in Tirol will eines. Nicht einmal für teures Geld. Dabei wäre es ganz einfach.
Sölden will partout eine 52 m hohe Aussichtsplattform auf dreitausend Metern Seehöhe errichten. Sinn- und zwecklos und absolut hässlich. Wie es halt Wahrzeichen oft sind. Also, wenn man so was Schiaches schon unbedingt auf einen eh schon hohen Berg draufsetzen muss, dann bitte wenigstens mit Windrad. Das würde der „Attraktion“ ein wenig Dynamik verleihen und wäre sicher jene Weltneuheit, die für die Tourismuswerbung taugte und zudem den Einheimischen ein bisschen was brächte, wenn sie sich das schon ansehen müssen. Auch in anderen Gletscherskigebieten, die sowieso ständig bis auf den Felsgrund umgeackert werden, weil die Liftstützen im nicht mehr ewigen Eis umzufallen drohen, könnte man auf die Stützen gleich noch eins draufsetzen – eh schon egal.
Oder wie wäre es, im Windkorridor Inn- und Wipptal die Autobahn mit Windrädern zu überbauen? Hässlicher kann´s eh nicht mehr werden, und vielleicht könnten geschickte Techniker die Windmaschinen sogar so konzipieren, dass sie den von den LKW-Kolonnen erzeugten Fahrtwind gleich mit nutzen? So eine Neuheit würden uns sogar die Chinesen abkaufen.
In absehbarer Zukunft werden Iran und USA, Jemen und Russland die wichtigen Öllieferwege sowieso abwechselnd in Erpressungsspielen schließen, sodass wir bald händeringend die Regierung anflehen werden, irgendwo ein paar Windräder hinzustellen, damit Herd und Heizung nicht kalt bleiben. Das wird ein echter Turbo für diese Form der Energieerzeugung werden, den wir nicht wieder verschlafen sollten. Und, seien wir ehrlich: hässlicher als der Funkturm am Patscherkofel, überdimensionierte Liftstationen, allüberall die Landschaft zerteilende Hochspannungsleitungen und Wasserkraftwerksmauern sind Windräder auch nicht, oder?