Ich spreche von Games und Vernunft – Ganz ernsthaft!

3 Minuten Lesedauer

Text von Patrick Berger


Als ich aufgewachsen bin, gab es noch Maß und Vernunft. Nach einer gewissen Zeit hieß es weg vom Nintendo und Hausaufgaben machen. Heute muss muss ich mich Computerspielen zuwenden, um einen letzten Rest Vernunft zu sehen. Summer Games Done Quick – Videospiele für einen guten Zweck möglichst schnell durchspielen – erspielte in einer Woche weit mehr als eine Millionen für Ärzte ohne Grenzen.
Gleichzeitig wird tot geschwiegen, dass in Tirol die Firmenpleiten zunehmen. Währenddessen gewinnt die rechtsnationale Panikmache an Zuspruch und das europäische Friedensprojekt wird durch einen Brexit gefährdet. Meine ehemaligen Lieblings-Spiele werden innerhalb von nur wenigen Minuten beendet und wir müssen Monate warten um einen neuen Präsidenten in Österreich zu wählen.
Ein dubioses Gefühl der Unsicherheit gegenüber Migranten veranlasst uns dazu für Panikmache anstatt für wahre Lösungen und Vernunft zu stimmen. Wir sind dabei den Filz aus der Vereinsförderung und den Machtstrukturen zu entfernen. Wenn nur das Geringste dieser Verfilzung oder Verunsicherung in den Videospielen bestehen würde, würden nicht Millionen von Menschen einschalten, wenn es um die Frage geht, ob die digitalen Tiere gerettet oder zurückgelassen werden sollten.
Diese letzte Aussage muss ich wohl ein wenig erklären. Im Laufe der ganzen #SGDQ Woche gibt es eine Konkurrenz, ob in „Super Metroid“ für den Super-Nintendo ein zusätzliches Missionsziel erfüllt werden sollte oder nicht. Allein diese Entscheidung erreicht über 300.000 Euro an Spenden, um aus dieser Welt einen besseren Ort für uns alle zu machen.
Gleichzeitig wissen wir nicht warum hunderttausende Euro unserer Steuergelder als Förderung in parteinahe Vereine und Organisationen fließen. Natürlich fühlen wir uns unsicher, wenn die Arbeitslosigkeit steigt, die Löhne sinken und die Machthabenden nur Politik für ihren Machterhalt (Stichwort Parteienförderung) betreiben. Aber mit diesem Gedanken möchte ich Euch alle in die Ferien, in den Urlaub und in einen sonnigen Sommer schicken:
Wenn mittlerweile Computerspiele spielen mehr Sinn macht, als die Politik, die unsere Volksvertreter betreiben, dann dürfen wir uns unsicher fühlen. Aber soll die Antwort sein der Angst, dem Game Over, nachzugeben oder doch lieber als Bürger, für Bürger und mit Bürger für ein mutiges, innovatives und freiheitsliebendes Continue einzutreten?

Titelbild: Daniel (https://www.flickr.com/photos/armless-and-overactive/3638060195/)

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