Oschpele – 20 typische Südtirolerfails

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Liebe Südtirolerinnen und Südtiroler,

pünktlich zum Unibeginn plagen mich – wie jedes Jahr – meine heimlichen Muttergefühle. Nicht, weil ich Kinder in die Welt setzen möchte, sondern weil ich all die jungen Studenten, Erstsemesterfrischlinge in Innsbruck herumirren sehe, die ich dann einsammeln möchte, um ihnen ihr Leben ein bisschen zu vereinfachen. Ich möchte ihnen (mit strenger Stimme) Gute-Nacht-Geschichten erzählen von pünktlichen Zügen und Bussen, von blinkenden Ampeln und wundersamen Wesen, die nicht jedes Wochenende wieder über den Brenner zurückfahren müssen. Die wollen nicht jeden Maturaball in ihrem Dorf miterleben. Das verstehen die meisten dann nicht. Das braucht halt seine Zeit. Bei mir:  sieben wunderbare Jahre.
All die Gewissensbisse haben mich nun dazu veranlasst, all jene Themen zusammenzufassen, die mich und meine Landsleute durch die erste Zeit in Innsbruck begleitet haben. Nein, darin wird nicht erklärt, was den Südtiroler als MODO qualifiziert, sondern es beinhaltet vielmehr all jene Fettnäpfchen, in denen ein Südtiroler Fuß so hineintreten wird; meine übrigens auch. Mehrmals. Über Jahre hinweg.
Jetzt bin ich schon eingesessen, routiniert und zu lange in Innsbruck, habe mir beim Sprechen das „Echt oda?“ angewöhnt. Ich DARF jetzt über das Thema sprechen, obwohl es manchmal schwer fällt, denn diese Fehler werden immer wieder und immer noch und wohl auch immer weiter passieren. Das sind sie also, meine (circa) Top 20 Fails der Südtiroler in Innsbruck (die die Wut spontan aufs Papier gebracht hat – natürlich in sauberem Südtiroler Dialekt und fast ohne Schimpfwörter):

Wos du als Südtiroler in Innsbruck net tian sollesch:

  1. In Zug in Sunntig um 6e von Bozen noch Innsbruck nemmen. (…)
  2. In Zug in Donnerstig um 5e von Innsbruck noch Bozen nemmen. (…!)
  3. In Innsbruck mit die Polizisten „reden“ wellen. („Dai, Maresciallo“ kimmp meistens net so guat!)
  4. In dor Uni hochdeitsch redn. (Ollm für an Locher guat.)
  5. In Lokal ban zohln kuan Trinkgeld gebn. (Tuat man jo bei ins a net!)
  6. Sich kuan österreichischs Handykartl mochen, weil „sich sell net auszohlt“. (Pfff…)
  7. In Innsbruck a guate Pizza essn gian welln. (Hosch du gmuant, sell geat?)
  8. An groasn Koffer hobn, damit man jede Woch für Familie und Kollegn „Zuig aus Innsbruck“ mit eini und die Knedl von dor Mama mit aussernemmen konn. (Mampf!)
  9. In dor WG lei mit Südtiroler wohnen. (Klassisch!)
  10. Sich in Gschäft wundern, dass die Bedienung freindlich isch und di duzt. (So liab!)
  11. Net wissen, wo es Tiroler Ober- bzw. Unterlond isch. (Ha?)
  12. Die Gutscheinheftln net unnemmen. (Daidai!)
  13. Af dor Erstsemestrign-Fete in Theresienbräu gian. Und muanen man konn a erscht „speter“ hingian. (Losst enk ibrroschn!)
  14. Muanen die Segabar isch es geilschte Lokal in Innsbruck. (Haha, du Trottl!)
  15. Mitn Radl net af die Tramschienen aupassn. (Oschpele!)
  16. In Südtirolerheim wohnen. (…)
  17. In Sunntig nochn ausserfohrn no schnell beim MPREIS afn Bohnhof a Frühstück kafn welln. (…!)
  18. Als Treffpunkt es Goldene Dachl ausmochn. (Weil man no nicht onders kennt…)
  19. Sich ibrs „TSCHAO“ der Österreicher auregen. (Hmm…)
  20. Die Winterjagg in Frühjohr huamnemmen, weil „iatz schneibs eh nimmer“. (Pah!)

Ahjo!

  1. MUANEN, DASS MAN IN INNSBRUCK IRGNDWO A RUAH VON SÜDTIROLER HOT! Im Gegntoal. Schun a olte österreichische Weisheit besog: Südtiroler treten meistens in Horden auf! (Jo pfiatdi nor!)
Artikelbild: (c) Paul-Georg Meister / pixelio.de

 

2 Comments

  1. Ich hätte noch einen weiteren Punkt:
    Im Lokal ‚Patatine‘ oder an ‚Aperetivo‘ bstelln und sich wundern worum die Bedienung oan net vorsteat 🙂

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