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Gerettet!

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Gottseidank, endlich kommt die Impfung, und wir können uns beruhigen. Abgesehen von den Querulanten und Miesmachern, die an allem etwas auszusetzen haben. Die werden auch hier etwas zu mäkeln finden.

Aber, nocheinmal Gottseidank. Und für den ganz und gar unwahrscheinlichen Fall, daß diese Impfung, oder diese Impfungen, welche auch immer von den jetzt eilig entwickelten wir dann verpaßt bekommen, nicht ganz die erwünschte Wirkung haben sollte und einige der Alten, Schwachen und Kranken, die wir als erstes impfen werden, daran sterben sollten, hat Herr Wieler auf einer Pressekonferenz am 3.12.2020 schon vorgesorgt.

Es wie so oft auf die Betrachtung, die Perspektive an: wenn alte Menschen nach der geplanten Impfung sterben, was ja nicht völlig auszuschließen ist, dann wird die Ursache bei ihrem Alter und den Grunderkrankungen gefunden werden; wenn hingegen ungeimpfte Alte, die zuvor positiv getestet worden sind, versterben, dann werden sie, egal woran es sonst gehapert hat, selbstredend an COVID-19-grusel-grusel gestorben sein. So bleibt das gewählte Weltbild gerade. Das ist außerdem erprobt: es wurde anscheinend vor einigen Jahren schon mit der Schweinegrippe so gehalten.

Herr Wieler, für die, die es nicht wissen (auch ich gehörte bis jetzt zu den Unbeleckten), ist Chef des deutschen Robert-Koch-Instituts, also jener Behörde, die dazu da ist, die Regierung unseres großen und in jeder Hinsicht vorbildlichen Nachbarlandes im Pandemiefall zu beraten.

Zur Kenntnis gebracht hat mir das Obige Herr Dr. Gunter Frank, der schon seit dem Frühjahr über die Pandemiegeschichte in der Internetzeitung „Achse des Guten“ (www.achgut.com) berichtet. Er macht das, wie mir scheint, sehr kompetent.

Ich meine das hier Gesagte ganz und gar ernst. Mit Einführung dieser Impfung könnte sich ein zumindest schwacher Hoffnungsschimmer abzeichnen, wie sich diese fast weltweite Hysterie doch noch beruhigen könnte und wir aus dem selbergeschaufelten Loch doch noch wieder herauskrabbeln könnten. Mir scheint es nämlich keine besonders lockende Aussicht, in selbigem Loch zu verbleiben, wo wir jetzt hocken und nichts mehr von dem dürfen sollen, was – von der bloßen Lebenserhaltung abgesehen – bisher das Leben ausgemacht hat. Irgendwann, bevor alles kaputt ist, möchte ich da schon nocheinmal heraus und mit einem guten Freund lustig plaudernd ein oder zwei kleine Bier zischen.

Walter Klier, geb. 1955 in Innsbruck, lebt in Innsbruck und Rum. Schriftsteller und Maler.
Belletristik, Essays, Literaturkritik, Übersetzungen, Sachbücher. Mitherausgeber der Zeitschrift "Gegenwart" (1989—1997, mit Stefanie Holzer). Kommentare für die Tiroler Tageszeitung 2002–2019.
Zahlreiche Buchveröffentlichungen, u.a.: Grüne Zeiten. Roman (1998/Taschenbuch 2014), Leutnant Pepi zieht in den Krieg. Das Tagebuch des Josef Prochaska. Roman, 2008. Taschenbuch 2014). Der längste Sommer. Eine Erinnerung. 2013.
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