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Jahresrückblick – und täglich grüßt das Murmeltier

3 Minuten Lesedauer

2021 war hauptsächlich langweilig, und allein deshalb schon schrecklich anstrengend. So langweilig wie bereits 2020 davor. Wenn diese Jahre irgendetwas auszeichnete, dann war es eine Pandemie der Wiederholung. Alles ging seinen Lauf wie zig-mal gehabt, nur merkten das viele in der täglich neu erzeugten Aufgeregtheit nicht.

Wenn ich so auf meine AFEU-Beiträge* zurückblicke, dann fällt mir kaum noch Neues zum gesellschaftlichen und politischen Zustand ein. Absolut nichts Neues zu Corona (abgesehen vom schönen Namen Omikron), zum fehlenden Kulturbetrieb und den fehlenden Parkbänken in der Stadt, zu Ischgl sowieso nix — die schaffen ein neues Tourismusrezept nicht so schnell –, auch die Wölfe streifen immer noch gleich ungeliebt durch die Lande. Glyphosat ist noch immer nicht verboten und in der Gleichstellung von Frauen gibt´s bestenfalls Stillstand.

Die Staatsgrenzen werden immer noch geschlossen, sobald irgendwo irgendwas auftritt, vor dem man sich fürchtet, und Flüchtlinge werden immer noch beinhart abgeschoben, obwohl die Wirtschaftstreibenden sie händeringend dabehalten möchten. Und meine alten Beobachtungen zu den Nikis und Sigis im Umfeld der Politik kommen gerade erst langsam vor die Gerichte, wenn dabei auch nichts Neues herauskommen wird, weil die immer noch die besseren Anwälte haben. Kurz ist wieder mal kurz weg, doch man merkt den Unterschied nicht wirklich, er wird weiter Marketing betreiben. Und Trump ist von der Oberfläche verschwunden, geistert aber im Untergrund umso munterer herum. Diplomarbeiten von Ministerinnen weisen schon wieder peinliche Plagiate und Fehler auf, und überall auf der Welt werden weiterhin Staatsflaggen und „Wir sind das Volk!“-Parolen unter falschem Vorzeichen geschwungen. Die Eigenverantwortung hat auch noch keine Anhängerschaft oberhalb der 50 Prozentpunkte erreicht …

Dies war jetzt erst eine Zusammenfassung einiger meiner Themen von 2020.  Die Wiederholung jener vom Vorjahr spare ich mir und erspare ich euch. Auch hier nichts Neues unter der Sonne! Mein Vorsatz deshalb für 2022: Ich werde meinen News-Konsum dieses Jahr massiv einschränken.

Aber halt: Habe ich mir das nicht jedes Jahr vorgenommen? Trotzdem. Wenn ich wieder einmal glaube, mir sei etwas Neues untergekommen, werde ich es, wie immer, freudig mit euch teilen!

*Falls jemand meinen Befund überprüfen möchte oder die Erinnerung versagen sollte: Sämtliche Beiträge eines Afeu-Autors/ einer Afeu-Autorin sind nachzulesen, indem man seinen/ihren Namen in einem beliebigen Beitrag anklickt. — Empfehlenswert, wann immer es in den Nachrichten wieder mal nichts Neues gibt.

Geboren 1954 in Lustenau. Studium der Anglistik und Germanistik in Innsbruck Innsbruck. Lebt in Sistrans. Inzwischen pensionierte Erwachsenenbildnerin. Tätig in der Flüchtlingsbetreuung. Mitglied bei der Grazer Autorinnen und Autorenversammlung Tirol, der IG Autorinnen Autoren Tirol und beim Vorarlberger AutorInnenverband. Bisher 13 Buchveröffentlichungen.

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