So geht Selbstverwirklichung, trotz Freizeit und Beruf!

5 Minuten Lesedauer

Ilvi, Susanne und Bernhard kennt in Innsbruck jeder. Ilvi beglückt zwei Mal in der Woche circa 30 Leute beim Yoga. Susanne, kurz Sanny, veröffentlicht pausenlos Instagram-Fotos und schreibt Texte über die neuesten Trends und Lokale. Bernhard ist der Mann für die Partys mit Biss und Gefühl und generell ein kreativer Geist. Auch wenn alle drei es leugnen würden, sie sind Vertreter der Generation „Selbstverwirklicher“ und erfolgreich mit dem was sie tun. Auch unser Autor träumt seit längerem davon sich selbst zu verwirklichen (indem er Buch schreibt) und hat die drei zum gedanklichen Austausch getroffen.
Da das Gespräch mehr Stunden (fast Tage) gedauert hat, als ein einzelner Schreiberling transkribieren kann, präsentieren wir euch eine smarte, übersichtliche Zusammenfassung. Quasi – die 7 Weisheiten auf dem Weg zur Selbstverwirklichung. Oder – diese 7 Herausforderungen schmeißen dich aus deiner bequemen Komfortzone und stürzen dich in das Abenteuer „Leben“. Oder – so verlässt du den Pfad der Sicherheit und nimmst die Abzweigung in Richtung „glücklich Sein“.


  1. Sobald es sich bequem und einfach anfühlt, stimmt etwas nicht. Du hast den Pfad verlassen!
  2. Je mehr Leute dich fragen – „und davon kannst du leben?“ – desto bestärkter fühle dich!
  3. Akzeptiere, dass die Menschen die dich lieben, auf diesem Weg, nicht die besten Ratgeber sind (sie wünschen sich ein sicheres Plätzchen für dich, dir soll ja nichts Schlechtes passieren!)
  4. Sei dir lediglich einer Sache sicher: so wie du es planst, kommt es bestimmt nicht!
  5. Lass die Dinge sich entwickeln und ersticke sie nicht durch Erwartungen und Ängste
  6. Sei dir bewusst – Ängste, Zweifel und Sorgen sind auf diesem Weg ständige Begleiter. Grüß‘ sie freundlich und geh einfach weiter!
  7. Hör auf deinen Bauch! Was du gerne tust, machst du gut. Was du gut machst, wird irgendwann auch von anderen honoriert. (wenn nicht auch egal, du machst es ja gern!)

Nach dem gedanklichen Gespräch gesellen sich zwei alte Bekannte zu der Runde. Sie lesen die sieben Weisheiten. Sofort entbrennt eine hitzige Debatte. Sätze wie – „Welcher Vermieter lässt sich denn in Karma-Punkten zahlen?“, „Der Markt ist kaputt. Es gibt doch hundert andere die besser sind“ – oder – „Glücklich aber unter der Brücke? Da arbeite ich lieber weiter im Büro!“ – fallen. Die Diskussion wird so laut, dass sich selbst ein älteres Paar einmischt. Der Mann beendet die Debatte mit den Worten: „Ihr habt alle recht. Ein Leben ohne Geld ist nur schwer möglich. Wer im Leben aber stets auf Sicherheit bedacht ist, der ist am Ende vor allem eines sicher, nämlich tot! Wer die Unsicherheit in sein Leben lässt, der ist am Ende zwar genau so tot, aber er hat deutlich mehr gelebt.“
Am Ende des Gesprächs ist unser Autor schwer begeistert und vollkommen sicher – sein Buch wird bald erscheinen und es wird den Namen „Mit 7 sieben Weisheiten zum absoluten Glück“ tragen. Voller Enthusiasmus recherchiert er im Netz nach ähnlichen Ideen. Über 2 Millionen Treffer. Sofort melden sich zwei alte Bekannte zu Wort: „Vergiss es. Das klappt nie.“ Stimmt. Abgesehen davon hat so ein Drecksratgeber auch absolut nichts mit Selbstverwirklichung zu tun!

Artikelbild (c) quapan, "dazzled maniac Jim Morrison drowns out the haunting whimper of a coyote dying on the road by his dreadful death-scream into the abyssal sun ... HWY 01:23:47", flickr.com

Event-Tipp: Bei den „FuckUp Night“ Events findet man viele Gleichgesinnte, die ebenfalls Weisheiten und gute Geschichten parat haben. Einfach mal auf FB und Google schauen. Die gibt es in fast jeder Stadt. (dieser Tipp wurde nicht gesponsert!)


Dieser Text stellt einen inneren Monolog nach. Die handelnden Personen sind keine realen und dennoch direkt aus der Wirklichkeit gegriffen. Sie dienen der näheren Beschreibung und erleichtern den emotionalen Einstieg in das große Thema "Selbstverwirklichung, Unsicherheit und Zweifel." 

Ein Leben zwischen Schreibmaschine und Fußballplatz. Eigentlich Betriebswirt. Heute mal Autor, mal Sportmanager. Hat das ALPENFEUILLETON ursprünglich ins Leben gerufen und alle vier Neustarts selbst miterlebt. Auch in Phase vier - "Diskursplatz für Selbstdenker" - aktiv mit dabei und fleißig am Schreiben.

1 Comment

  1. Na das sind mal bestätigende Worte. Vielen, vielen Dank dafür!!!
    Ich bin vor kurzem aus einem „normalen“ Berufsleben als Bandarbeiter im Schichtbetrieb bei einem namhaften Automobilhersteller ausgestiegen und betreibe nun ein Kleinunternehmen als freiberuflicher Yogalehrer. Ich mußte mir auch immer wieder von den nahestehenden Menschen den Satz anhören „… und davon kann man leben?!“. Oder die „sehr hilfreiche“ Äußerung „Hast du dir das auch gut überlegt.“ Meist antwortete ich nur mit einem lächeln und ging weiterhin meinen Weg.
    Eine gute Ausbilderin in einem meiner Yogalehrer-Weiterbildungen hat mal zu mir gesagt: „Das Leben beginnt hinter der Komfortzone.“ Diesen Satz rufe ich seither immer dann ab, wenn es mal wieder etwas schwierig wird. Schliesslich sind wir hier auf der Erde um uns weiter zu entwickeln und das geschieht nur durch Bewegung und Veränderung. Stillstand und Stagnation kommt dem Tod nahe. Bewegung ist Leben.
    Namaste
    Andy

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