Es gibt sie. Diese unfassbar genialen Geschichten, die man kaum glauben kann, wenn man sie hört. „Pandroid Music, das Bookazine“ ist eine solche. 200 Seiten geballtes Musikwissen. Fundiert recherchiert. Präzise formuliert. Wunderschön gestaltet.
Und das nicht etwa von einer Redaktion mit 22 Redakteur:innen. Sondern von einem einzelnen Menschen. Ja, richtig gelesen, einem einzigen. Martin Senfter (AFEU Ur-Gestein!) hat dieses grandiose Magazin in Eigenregie produziert. Von der Idee, über den Text, das Design, bis zur Druckereiauswahl und dem Versand.
Rückblick auf das Musikjahr 2025. Ein 100-seitiger Schwerpunkt über K-Pop. Nicht nur etwas für Musiknerds!
Wieso er sich diesen Kraftakt jedes Jahr aufs Neue antut (es ist Ausgabe #3) und was er für 2026 empfiehlt, habe ich ihn selbst gefragt. Das Interview findet sich weiter unten!

Für Musikenthusiasten oder Liebhaber von einzigartigen Printmagazinen.
Das Interview
Wie viele Stunden hast du in das Magazin/Bookazine gesteckt?
Schwer zu sagen. Ich habe Mitte Oktober begonnen und jeden Tag mehrere Stunden daran gearbeitet – in irgendeiner Form, sprich: Recherche, Texte schreiben, Quellen prüfen, noch mal prüfen, herausschreiben, Bilder suchen, korrigieren, am Layout arbeiten. Ich denk‘, es werden um die 500 Stunden gewesen sein.
Welche ist deine Lieblingsgeschichte?
Vermutlich die relativ kurze Geschichte über Neokonfuzianismus und die K-Pop-Branche. Den Text habe ich ganz zum Schluss geschrieben, aber er hat meiner Einschätzung nach das gesamte K-Pop-Kapitel endgültig rund gemacht. Mir war es wichtig, so viele Zusammenhänge wie möglich aufzuzeigen, deshalb habe ich mich ziemlich in die Geschichte und Gesellschaft Südkoreas hineingefuchst.
Wie hast du die Titelstory ausgewählt?
NENDA hat ein wunderbares Album herausgebracht und es sich deshalb verdient, am Cover zu sein. Ich finde ihren musikalischen Ansatz als auch ihr Leben extrem spannend, da war das eigentlich aufgelegt. Ursprünglich habe ich an Bad Bunny gedacht, aber das kam mir im Verlauf des Schreibprozesses immer unpassender vor. Das Projekt hat eine eigene Dynamik entwickelt und sich in eine andere Richtung bewegt. Spätestens nach meiner Recherche zu Sulli und Goo Hara bzw. den Interviews mit Jo The Man The Music und Filiah war mir klar, dass ich bewusst eine Musikerin auf der Titelseite haben wollte. Künstlerinnen haben es in der Branche immer noch enorm schwer und bekommen selten die Sichtbarkeit, die sie verdienen – NENDA verkörpert für mich diese Stärke und das Talent perfekt.
Für wen ist das Bookazine ein absolutes Muss?
Für aufgeschlossene Musikenthusiasten oder Liebhaber von einzigartigen Printmagazinen. Für Menschen, die gerne Bestenlisten vergleichen oder sich inspirieren lassen wollen. Für Interessierte, die einen Einblick in die österreichische Musikszene ergattern wollen. Und natürlich für K-Pop-Fans und alle, die es noch werden wollen.
Wie siehst du die Entwicklung der Tiroler Musikszene? Welche Namen sollte man sich für 2026 merken?
Tirol ist spätestens 2025 zum heißen Pflaster des österreichischen Raps geworden. Spilif, Von Seiten der Gemeinde und Nenda sind alle in der Kategorie Hip Hop/Urban beim Amadeus nominiert, völlig zurecht auch meiner Meinung nach. Gleichzeitig wollen mit Lena Schaur und Kayla Krystin zwei starke Stimmen für Österreich zum Songcontest fahren. Auf der höchsten Ebene passiert also relativ viel. Trotzdem ist die Kulturszene ziemlich gefährdet und die Politik gefragt, den Künstler:innen nachhaltig unter die Arme zu greifen und sie zu unterstützen bzw. zu fördern.
Abschließend. Wird es nächstes Jahr wieder eine Ausgabe geben?
Ich denke schon, ja. Umfang ist definitiv offen, Themen geistern schon durch den Kopf.
Pandroid Music by Martin Senfter
Ein Musik-Kosmos. Geformt und gestaltet in einem Osttiroler Dachboden. Ein YouTube-Kanal und ein Bookazine, die sich lohnen. Für Menschen, die Musik lieben und mehr hören/wissen/kennen wollen, als Spotify ihnen vorschlägt.

