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Blasmusik: Nur etwas für dumpfe Bauerntölpel und anspruchslose Touristen!

10 Minuten Lesedauer

Es wäre eine uferlose und vermutlich nie enden wollende Aufgabe nach Vorurteilen in Bezug auf die sogenannte Blasmusik zu suchen. Letztlich ist diese Aufgabe aber auch vollkommen überflüssig, weil es genügt, jeden halbwegs vernünftigen Menschen auf den Tiroler Straßen zu fragen. Blasmusik, ist das nicht die Musik, die ganz in der Nähe des politisch braunen Sumpfes steht? Ist das nicht die Musik, die sich mehr zu Repräsentationszwecken einer wie auch immer definierten nationalen Identität eignet als zum musikalischen Genuss? Ja, genau.
Eigentlich jeder rational denken könnende und vernunftbegabte Mensch, der in Tirol nicht vom Elternhaus in die nächste Dorfmusikkapelle gezwungen wurde  flüchtet sich wenn es nur irgendwie geht in die Heilserwartungen von intellektueller, urbaner und progressiver Musik von anderswo. Weil sich die Blasmusik bei uns hier in Tirol nur dazu eignet, vollständig zu verblöden und nur mehr dumpf mitmarschierend dem dumpfen Lokal-Patriotismus zu verfallen und diesem musikalisch zu frönen.
Es ist eigentlich Konsens. Zumindest sollte es Konsens sein. Musik, die sich in den Dienst einer Sache stellt, ist an sich schon mal zu verurteilen. Es lebe die Freiheit der Kunst! Verdächtig ist Blasmusik schon mal deswegen, weil sie in der Nähe der Militärmusik oder Polizeimusik steht. Hier steht die Musik also in einer ganz glasklaren und eindeutigen Funktion: Diese Musik hat ihren Dienst an der Sache zu erfüllen. Für Ehre, Treue und Vaterland! Die in dieser Funktion stehende Musik muss sich dazu eignen, den ganzen Nationalstolz eines Landes zu präsentieren und bei feierlichen Anlässen zu repräsentieren. Da muss jeder Ton zackig sein und gut sitzen. Die Musik ist dabei ebenso gleichförmig wie die Uniformen.

Wen wundert es, dass das Heer auch im heute noch bei Konzerte mit Blasmusik gerne gesehener Gast ist? (Bild: www.promenadenkonzerte.at)
Wen wundert es, dass das Heer auch im heute noch bei Konzerte mit Blasmusik gerne gesehener Gast ist? (Bild: www.promenadenkonzerte.at)

Wehe dem, der aus der Reihe tanzt und aus dem Rahmen fällt! Die Mitglieder der Blasorchester ergeben zusammen eine jeweils homogene Masse, bei der es sich nicht sonderlich lohnt, die einzelnen Mitglieder zu beschreiben oder gar über Solisten zu sprechen. Es geht um den strammen Klangkörper an sich, der stolz und sich seiner Verantwortung bewusst bei offiziellen Anlässen zu Einsatz kommt. Nur in einem starken und strikt organisierten Klangkörper wohnen auch ein gesunder Nationalstolz und ein gesundes Heimatbewusstsein.
Mehr noch: die strikte Organisation dieses Klangkörpers hat den Stolz der einzelnen Bürger und Bürgerinnen noch zu beflügeln. Die absolute Stärke eines Blasmusikorchesters zeigt die relative Schwäche des Abweichlers, der sich eine eigene Meinung erlaubt und die Homogenität und Würde des eigenen Staates in Frage stellt und vielleicht gar noch die falsche Musik hört. Musik, die sich nicht zum Erhalt und zur Repräsentation eines Staates und einer Nation eignet, sondern zweifellos zersetzende Aspekte beinhaltet.

Trachten wohin das Auge sieht bei den Promenadenkonzerten. Auch noch von jungen Menschen getragen! Ein Graus! (Bild: www.promenadenkonzerte.at)
Trachten wohin das Auge sieht bei den Promenadenkonzerten. Auch noch von jungen Menschen getragen! Ein Graus! (Bild: www.promenadenkonzerte.at)

Wie schön ist es hingegen Musik zu hören, die sich um all das nicht kümmert! Urbane Musik. Weltoffene Musik. Hier werden keine Identitäten verhandelt, die musikalische Ausprägung erinnert nicht an historische Schlachten von Nationen, die ja ohnehin nur Konstruktionen waren und sind. Scheingefechte waren das alles, die Nationenbildung hat Menschen geopfert, wo eigentlich Friede, Freude, Eierkuchen hätte herrschen sollen. Die Blasmusik hat da eine unrühmliche Rolle gespielt, zumal sie sich ja nicht gegen die Konstruktion von Nationen und nationalen Identitäten gestellt hat, sondern diese sogar noch mit ihren musikalischen Mitteln unterstützt hat.
Kein Wunder also, dass sich vor allem die urbane Bevölkerung über die Zeit hinweg von der Blasmusik zunehmend abgewandt hat. Die Blasmusik hat sich halt nicht einfach so mir nichts dir nichts aus ihrer ehemaligen Funktion lösen lassen. Die soll dort bleiben, wo sie war: In ihrem nationalen, später auch noch braunen Eck. Wir hier in der Stadt haben längst andere musikalische Felder gefunden, die besser zu uns passen. Die unser Lebensgefühl ausdrücken, unsere intellektuelle Haltung und unsere Weltoffenheit spiegeln. Die Blasmusik darf natürlich noch unter uns weilen, zumal sie ja ihre historisch unrühmliche Funktion und Rolle im Heute damit bezahlt hat, dass sie im Grunde keinerlei Rolle mehr spielt und fortan dazu verdammt ist, ausschließlich Touristen zu bespaßen.

Jede Musik bekommt den Rahmen, den sie verdient! Zum Glück finden die Innsbrucker Promenadenkonzerte ganz versteckt irgendwo in Innsbruck statt! (Bild: www.promenadenkonzerte.at)
Jede Musik bekommt den Rahmen, den sie verdient! Zum Glück finden die Innsbrucker Promenadenkonzerte ganz versteckt irgendwo in Innsbruck statt! (Bild: www.promenadenkonzerte.at)

Das ist dann Musik zum mitklatschen, mittlerweile dominiert von seichtem Volksliedgut und einfachen Populär-Melodien, die auch noch der Dümmste unter den musikalisch Ungebildeten versteht. Die dumpfe Touristenmasse bekommt was sie verdient. Die Blasmusik soll die Menschen unterhalten, die seichte Unterhaltung ohne Anspruch wollen. Währenddessen konsumieren wir unsere anspruchsvolle Kultur. Die Blasmusik und die damit verbundenen Veranstaltungen halten die Touristenströme fern von anderen hochwertigen kulturellen Veranstaltungen. Zum Glück! Blasmusik hat keine staatstragende Funktion mehr, sondern steht fortan im Dienst der bloßen Unterhaltung, der Verdummung und der Verflachung.
Wobei wir beim Stichwort wären: Am 08.07. beginnen die 21. Innsbrucker Promenadenkonzerte im Innenhof der Kaiserlichen Hofburg. Eine Konzertreihe, zu der sich primär Touristen verirren. Ich habe immer noch grauenvolle Szenen im Kopf, als japanische Touristen zum Radetzky-Marsch mitklatschen. Da war sie wieder, die Nation Österreich, die mit dem heutigen Österreich nun wirklich ganz und gar nichts zu tun hatte. Folklore, Verklärung, Vergangenheitsglorifizierung wohin das Ohr und wohin das Augen schaute. Man ist so sehr umzingelt von Uniformen und Trachten, dass einem Angst und Bange werden könnte.
Die Zuhörerinnen suchen dann auch folglich die Zerstreuung an einem lauen Sommerabend und die seichte musikalische Unterhaltung. Von klassischer Musik und von den großen Komponisten hat da garantiert noch nie jemand etwas gehört!
Daher meine eindringliche Bitte, liebes aufgeklärtes, urbanes, intellektuelles Publikum: Geht auf gar keinen Fall zu den Innsbrucker Promenadenkonzerten! Denn all das, was hier in diesem Text steht ist absolut wahr. Kein Anspruch bei diesen Konzerten weit und breit. Nur dumpfe Blasmusik für anti-aufklärerische Menschen, die eigentlich gar keine Musik mögen. Gershwin? Händel? Mozart oder gar Wagner? Absolute Fehlanzeige! Stattdessen nur leichte Melodien aus der Populärkultur, zusätzlich auch noch von schlecht spielenden Orchestern verhunzt. Amateur-Musiker wohin man auch hört und sieht! Euch fallen garantiert tausend Möglichkeiten ein eure Sommerabende sinnvoller zu verbringen.
Hier wird jedenfalls mehr als nur deutlich, dass die Blasmusik im Heute wirklich jegliche musikalische Relevanz verloren hat. Aber: Der Verlust hält sich in Grenzen. Sie hat es auch nicht anders verdient. Blasmusik ist die Musik des ungebildeten Touristen und des dumpfen Bauerntölpels geworden. Und das ist auch verdammt gut so.
Vielleicht verhält es sich aber auch ganz anders? Vielleicht hört ihr bei einem Besuch der Innsbrucker Promenadenkonzerte demnächst Mahler oder gar J.S. Bach? Und unter Umständen ist euer fein säuberlich sortiertes und kategorisiertes Urteil in Bezug auf die Blasmusik auch falsch?

Titelbild: www.promenadenkonzerte.at

Elfenbeinturmbewohner, Musiknerd, Formfetischist, Diskursliebhaber. Vermutet die Schönheit des Schreibens und Denkens im Niemandsland zwischen asketischer Formstrenge und schöngeistiger Freiheitsliebe. Hat das ALPENFEUILLETON in seiner dritten Phase mitgestaltet und die Letztverantwortung für das Kulturressort getragen.

39 Comments

  1. Haben Sie eigentlich eine Ahnung , von was Sie da schreiben ?
    Die wenigsten Blaskapellen spielen mittlerweile die von Ihnen verrissene Musik.
    HIer ist alles vertreten, von anspruchsvoller konzertanter und symphonischer Blasmusit über „böhmisch-mährisch“ bis hin zu unterhaltender Blasmusik mit modernen Melodien und höchsten Ansprüchen. Nicht zuletzt hat deswegen der Blasmusikverband Baden-Württemberg den 1.Wettbewerb für unterhaltende Blasmusik durchgeführt. Wenn Sie dann von einer Stadtkapelle ein Medley aus „Star Wars“ hören, hat das absolut nichts mehr mit der von Ihnen verunglimpften Blasmusik zu tun.

  2. Sehr geehrter Herr Stegmayr,
    ich habe ihren Kommentar sehr aufmerksam gelesen und ich kann mit allerhöchster sicherheit behaupten dass, 80% dessen, total überspitzt und einfach nicht wahr ist.
    Ich bin selbst Blasorchesterleiter und mag es auch nicht, wenn sich ein Orchester in seine Tracht schmeisst und ausschließlich Märsche und Polkas spielt!
    Jedoch kann man dies sicherlich nicht auf alle „Harmonieorchester“ (und das, nur ganz neben bei, ist die richtige bezeichnung für Blasorchester) übertragen.
    Es gibt sehr wohl zahlreiche Sinfonische Blasorchestren, die einigen Sinfonieorchestren locker das Wasser reichen können.
    Nur ganz nebenbei, sollte man übrigens mal das Programm der Promenadenkonzerte lesen. Im Programm gibt sich Händel, Mahler, Gershwin uvm… die Hand. (Nachzulesen auf http://www.promenadenkonzerte.at)
    Wenn ich mir solche Frechheiten von Stümpern, wie ihnen lesen muss, die zudem äußerst schlecht recherchiert sind, dann frage ich mich was sich denn die liebe aufgeklärte urbane Bevölkerung intelektuell anspruchvolles anschauen geht?
    Außerdem darf Kritik gerne immer geäußert werden, aber dann doch bitte sachlich. Auch in einem Blog muss man die Sitten nicht verlieren.

  3. Eigentlich ist es ganz einfach, Herr Stegmayr:
    Wir blasmusikanten, amateur oder
    Profi, machen Blasmusik, aus lust an der sache, und weil viele Menschen diese Musik gerne hören.
    Wenn Sie, Herr Stegmayr, anderer Meinung sind ist das Ihr gutes Recht.
    Versuchen sie aber nicht diese Musik
    einen Stempel zu geben, und hören sie einfach weg.

  4. Nun ja ich Sags mal so…
    1. Blasmusik besteht nicht nur aus Märschen welche dem Militär zugeordnet werden
    2. Somit wäre jede Musik verwerflich,soll ich dann keinen Jazz mehr hören weil es früher die Musik der Sklaven war,somit würde ich die slaverei unterstützen… bullshit…
    Ich an ihrer Stelle würde mir im vorfeld Gedanken machen bevor ich solch einen Artikel verfasse ob un wie weit er den Tatsachen entspricht.

  5. DIeser Hanswurst hatte bestimmt eine schlechte Kindheit…obwohl, eigentlich ist das ja noch ein Kind; ein Erwachsener mit etwas Hirn würde sowas nicht in einer Zeitung schreiben. Ausser: die Zeitungsverantwortlichen sin ebenfalls hirnlos oder mit dem Schreiberling verwandt, oder hatten eine schlechte Kindheit, oder…

  6. Sehr geehrter Herr Stegmayr,
    Ich denke, dass folgendes Beispiel sehr gut darstellt, dass Blasmusik extrem anspruchsvoll und abwechslungsreich sein kann, was sowohl für die technische Umsetzung als auch für die Anforderung an die Zuhörer gilt:
    https://www.youtube.com/watch?v=90AI2_oSyc4
    Dies ist nur ein Beispiel von vielen.
    Mein Fazit also:
    Der Text lässt viele Aspekte außer Acht. Anscheinend wurde hier sehr nachlässig recherchiert.
    Außerdem halte ich den diffamierenden Unterton, der sich über den gesamten Artikel erstreckt für abolut unnötig und unangebracht.

  7. Herr Stegmayr, wie arm und bescheiden müssen Ihre Kenntnisse um die Blasmusik sein! Das Niveau der heutigen Blasmusikformationen ist in den letzten Jahren stetig gestiegen und hat ein sehr hochstehendes Level erreicht. Profis verdienen mit dieser Art von Musik gutes Geld und das könnten sie nicht, wenn nicht die Nachfrage in Form eines dafür zahlenden Publikums bestehen würde. Blasmusik ist vielfältig, spricht ein breites Publikum an und die Vielzahl der aktiven Formationen zeugt von einem Bedürfnis unserer Gesellschaft. Blasmusik kann sehr wohl unterhalten und wenn Sie nicht zum Publikum gehören möchten, ist das ihr gutes Recht. Wir Blasmusikanten werden Sie nicht vermissen. Vermiesen Sie doch denjenigen nicht die Freude, denen diese Musik gefällt! Ihr Artikel ist weder lustig noch unterhaltend und erzeugt keinen Nutzen für die Gesellschaft!

  8. Sehr geehrter Herr Stegmayr,
    natürlich können Sie hier ihre Sichtweise zur Blasmusik teilen, was auch Ihr gutes Recht ist, aber das ist noch lange kein Grund dafür, gleich ausfallend zu werden und Blasmusikfreunde als „Bauerntölpel“, etc. zu bezeichnen.
    Wenn Sie Blasmusik nicht mögen, ist das vollkommen legitim, dafür hasse ich jegliche andere Art von Musik, was auch in Ordnung ist.
    Aber bei uns würde man Sie nur noch als „Dampfplauderer“ bezeichnen und hochkant rauswerfen.
    Viel Spaß mit Ihrer „Musik“, sie Hobby-DJ.

  9. Uiiiiii….. So böse….. Natürlich wird niemand in Innsbruck je die Hofburg finden, zum Glück ist die ja sauber hinterm goldenen Dachl versteckt, das auch kein Touri findet, so klein wie es ist. Man könnte ja auch sagen: Da ist der Lack ab! Deshalb spielen die meisten Orchester ja auch in bester Rattenfängermanier das Publikum in die Hofburg.
    Herrlich! Grüßen Sie bitte unbedingt Herrn Schöpf von mir, bei unserem Auftritt bei den Promenadenkonzerten habe ich, neben dem sachkundigen Publikum, das nachherige Essen mit ihm sehr genossen.

  10. Leider sind die in diesem Artikel überspitzt dargestellten Ansichten über Blasmusik sehr weit verbreitet. Alle, die Blasmusik so einschätzen, möchte ich gerne mal auf ein Blasmusikkonzert der heutigen Zeit einladen. Nächste Woche gibt es ganz viel davon auf der WASBE-Konferenz und San José (Kalifornien), aber auch im deutschsprachigen Raum. Nach dem Genuss einiger zeitgenössischer Werke oder guten Transkriptionen gibt der geneigte Leser vielleicht der Nachdenklichkeit des letzten Absatzes des Artikels eine Chance.

  11. Sehr geehrter Herr Stegmaier.
    Sie schreiben sich hier mit Schlagzeilen, Vorurteilen und Nichtwissen um Kopf und Kragen.
    Ich kann Ihnen nur empfehlen ein paar Semester Musikgeschichte zu belegen oder dementsprechende Bücher (in verständlicher Sprache) zu lesen.!
    Quellen können sie gerne bei mir erfragen
    Dort kann man lernen „was wann woher wo und warum“ entstanden ist & und wie sich Musikinstrumente technisch entwickelt haben.
    Welcher Mittel sich alle Komponisten zu jeglicher Zeit bedient haben um Ihre Werke populär zu machen(Geld & Lebensunterhalt verdienen).
    Diese Einsicht sollten sie gönnen, um Blasmusik, Blues, Klassik & Weltmusik zu verstehen.

  12. Sinnfreies Geschreibsel…klar, nach ein paar Promenadenkonzertbesuchen ein ausgewiesener Blasmusikspezialist…schlechte Recherche, schlechter Journalist…

  13. Immerhin hat sich der Journalist vollkommen vorurteilsfrei mit dem Thema auseinandergesetzt… also jetzt mal ehrlich, echter Journalismus sieht definitiv anders aus, das ganze ist eher Hetze als ein Artikel – sowas darf im Journalismus nicht ernstgenomen werden!
    In diesem Fall macht der Auto in seinem Artikel genau das, was er der verhassten Blasmusik vorwirft! => er instrumentalisiert die Musik zu seinen Zwecken und das ist, wie er ja eigentlich schon selber schreibt eher pervers und wiederlich als auch nur irgendwie recherchiert geschweige denn wissenschaftlich erarbeitet!
    Und es war nicht die Blasmusik die, rechtsgerichtet, für irgendwelche etwaigen nationalitäten in die Presche Sprang sondern, wenn überhaupt, die Komponisten der selbigen! Man muss die Blasmusik einfach als zeitgenössische Musik ihrer Epoche betrachten – und es gibt nach wie vor Leute, die die so genannte (!) „klassische Blasmusik“ (also böhmisch, mährisch und Marschmusik) einfach nur der Musik wegen gut finden, die Melodien mitpfeiffen weil sie gut komponiert sind und dergleichen mehr – ohne, dass sie jetzt ewig gestrig, extremst national oder auch nur irgendwie einer ähnlichen Gesinnung wären!
    Da gibt es in der, in obigem Artikel so gehuldigten, „urbanen (Pop)Musik“ wesentlich schlimmere Beispiel welche, abgesehen von den nationalistischen, frauenfeindlichen, extremistischen und teils auch nur sehr sinnentleerten Texten, kompositorische Raffinesse noch nicht mal im Ansatz erkennen lassen.
    Die Progression auf der ersten, der vierten und der fünften Stufe verlangt jetzt nicht all zu viel musikalisches können, noch dazu wenn so genannte Powerchords benutzt werden. Aber so ist eben auch die Popmusik, von der es ebenso eine Vielzahl musikalisch herausragender Beispiele gibt als eine zeitgenössische Erscheinung ihrer Epoche zu sehen – und hier jetzt über das pro und contra von populärer Musik zu diskutieren wird der Musik auch hier nicht gerecht sondern stellt auch diese wieder in einen Dienst an etwas der Musik untergeordnetem (was bei Pop-Musik leider ganz oft der Gedanke an’s Geld ist, wesentlich öfter als das damlas bei der Blasmusik je der Fall gewesen ist!)
    Abschliessend lässt sich, denke ich, sagen, dass es eine annähernd bodenlose Frechheit ist dem sog. Journalisten der obigen Artikel verfasst hat auch nur einen Cent Geld dafür zu zahlen, denn, wie oben bereits erwähnt, hat der ganze Artikel mit Journalismus in etwa so wenig zu tun wie das Bild im artikel mit den Uniformen einer deutschen Militärmusikkapelle mit dem österr. Bundesheer!!!

  14. Super Artikel!!! Versteh die Kritik nicht!! Liebe Leute vielleicht lest ihr einfach mal den Artikel zu ende!! Schade dass manche den Horizont nicht besitzen die dieser Artikel mit sich bringt!!

  15. Sehr geehrter Herr Stegmayr,
    ich finde Ihre herablassende Art äußerst unangemessen. Ihre Gedanken sind einseitig und mit Sicherheit nicht zu Ende gedacht. Um Ihre Analogien zu verwenden: Waren Sie mal an der „Front“? Haben Sie erlebt, mit wie viel Engagement sich in ländlichen Musikvereinen darum bemüht wird jungen Menschen 1) ein Hobby, 2) eine Gemeinschaft und 3) eine Möglichkeit zur Identifikation mit Musik zu bieten?
    Zu erstens: Viele Jugendliche drohen in der von Ihnen so stark kritisierten „Verflachung“ zu versinken. In Zeiten in denen Unterhaltung meist passive Berieselung vor irgendeinem Bildschirm bedeutet ist positiv zu erwähnen, dass sie ÜBERHAUPT ein Hobby ergreifen, und noch dazu die Musik, die letztlich immer eine ästhetische Erfahrung mit sich zieht. Hier bietet das Vereinsleben also eine Möglichkeit des aktiven Entertainments, denn vorrangig dient das Musizieren dem Entertainment des Musizierenden, weil es Spaß macht ein Instrument zu spielen. Man verbrennt dabei sogar bis zu 200 kcal pro Stunde. Nicht so beim Sitzen auf dem Sofa.
    Zu zweitens: Ich kann mir nicht vorstellen, was Ihnen widerfahren ist, dass Sie diese Art von Gemeinschaft mit dem Dritten Reich in Verbindung setzen. Die Beziehung zur Militärmusik in dem Sinne ist, wie Sie richtig schreiben, nicht mehr vorherrschend. Es geht nicht mehr um Staatsanlässe, es werden nicht mehr nur patriotische Märsche gespielt und selbst wenn – darf man nur noch im Stillen Kämmerlein Dankbarkeit für seine Herkunft, seine Zugehörigkeit zu einer winzigen ländlichen Gemeinde mit einem florierenden Vereinsbetrieb, seinem eigenen Beitrag zum kulturellen Leben zeigen? (Darf ich hier überhaupt erwähnen, dass ich aus Deutschland bin, oder wird dann wieder etwas getriggert?)
    Zu drittens: Ich schließe mich Ihnen an, dass es bedauernswert ist, wie gering doch der Kenntnisstand der Allgemeinbevölkerung (hier: Touristen) hinsichtlich klassischer Musik ist. Aber auch da haben Sie den Gedanken nicht weit genug geführt: Statt der Blasmusik zu lauschen könnten diese sich schließlich auch auf einem Jahrmarkt oder in einer Spielhalle unterhalten lassen. Dann wäre die Konfrontation mit Musik im Prinzip gleich Null. Die Chancen stehen gut, dass sich die Zuhörer und die Mitglieder eines Blasorchesters ohne die Existenz von Musikvereinen überhaupt nicht aktiv mit Musik, schon gar nicht mit E-Musik auseinander setzen würden. Wenn diese etwas über Wagner oder Brahms wissen, dann von fähigen Orchesterleitern.
    Abschließend bleibt für mich die Vermutung, dass Sie mit Ihrem für „urbane“ Musik sensibilisierten Gehör und ästhetischen Verständnis mit der Blasmusik nichts anfangen können. Das ist völlig in Ordnung, über Geschmack lässt sich nicht streiten. Ihre Hetzerei gegen die Branche an sich zeugt jedoch von veralteten Ansichten, Engstirnigkeit und fehlender Kenntnis moderner Kompositionen für Sinfonisches Blasorchester sowie des Programms der Promenadenkonzerte.
    Ich wünsche viel Erfolg bei zukünftigen Recherchen,
    S. Michels

  16. Leute, ich kann mir nicht vorstellen, dass das ernst gemeint ist. Allein schon, wie überspitzt das geschrieben ist, deutet darauf hin, dass es sich hier um Satire handelt.

  17. Es gibt zwei Möglichkeiten!
    Da auf der HP der Promenadenkonzerte ein Kontakt mit Ihrem Namen besteht für das Programmbuch, sind Sie entweder von dort gefeuert worden, oder Sie wollten einen ironischen Text verfassen.
    In beiden Fällen ein totaler Reinfall!!!!!!!!!

  18. Wenn einer, der mit Mühe kaum, geklettert ist auf einen Baum, schon meint, daß er ein Vöglein wär, so irrt sich der. Wilhelm Busch

  19. Sehr geehrter Herr Stegmair,
    falls das eine Satire sein sollte ist dieser Versuch leider nicht gelungen. Als Journalist nehme ich an, dass Sie wissen was eine Satire enthalten muss. Da gäbe es ja genügend Beispiele aus der Literaturgeschichte. Persönlich würde es mich freuen wenn auf ihrer Onlinezeitschrift auch einmal Konzertkritiken, auch von Blasmusikkonzerten stehen würden. Ansonsten liegt die Vermutung nahe dass auch Sie sich nur der Allgemeinheit hingeben um wahrgenommen zu werden. Falls es in ihrer Redaktion keine fähigen Kritiker gibt kann ich ihnen gerne auf die Sprünge helfen Anbei noch ein Zitat von dem wohl größten Musikkritiker Eduard Hanslick: „Es gibt keine Kunst, welche so bald und so viele Formen verbraucht wie die Musik.“- also auch die vielfältigen Formen der Blasmusik.
    Mit freundlichen Grüßen ihr Klaus Graf

  20. Aber Hallo – solch eine gequirlte Scheiße hab ich schon lange nicht mehr gelesen! Würde es einen musikalischen „Ku-Klux-Klan“ geben, wären sie wahrscheinlich der Anführer!

  21. So, ich muss mich hier auch mal zu Wort melden. Die Intention des Textes ist eigentlich leicht beschrieben: Ich wollte die Vorurteile eines intellektuellen Städters in Bezug auf die Blasmusik darstellen und stark überspitzen. Der Text sollte definitiv dazu aufrufen, die Vorurteile über Board zu werfen und die Promenadenkonzerte zu besuchen! Dass der Text dabei mehrere Ebenen hat und unter Umständen auch falsch verstanden werden kann ist im Sinn der Sache. Aber: Spätestens beim letzten Absatz sollte meine Absicht eigentlich klar geworden sein.

  22. Das Problem ist: Bis zum letzten Absatz lesen die wenigsten, höchstens Überschrift und den ersten Absatz. Und damit kehrt sich die vermeintlich gute Absicht des Autoren ins Negative.

  23. Leider völlig unausgewogen.
    Langatmig redundanter Haupttext, unpassender Erfahrungsbericht und zu wenig Klarheit in der Auflösung.
    Thema und Intention verfehlt.

  24. Journalistisches Schreiben gleicht freihändigem Radfahren…wer es nicht beherrscht, fällt auf die Fresse.
    Hoffe, es sind noch alle Beisserchen drin?!
    Mal ehrlich, Sie wollten nicht wirklich für die Promenadenkonzerte und Blasmusik werben?!
    Schreiben Sie über die Griechenland-Pleite, da kann man(n) nichts falsch machen.

  25. Wahrscheinlich noch nie etwas über Blasmusik in der Kirche gehört oder Klasik in Blasmusikstil – wahrscheinlich deshalb weil sie alles sofort in die ultrarechte Ecke stellen.

  26. geschätzter Herr Stegmayr,
    Aus rassenidiologischer Sicht ist Ihre Klassifizierung von urbanen Kulturmenschen und Provinzabschaum einwandfrei- und Ja! Ich danke Ihnen, dass Sie mich zur Erkenntnis geführt haben, ein unaufgeklärter, depperter und musikalisch ganz und gar Irrelevantes erzeugender Nazi zu sein! (Achtung Ironie)
    Ich räume Ihnen, Herr Stegmayr, was das Wissen über das, was Sie hier groß herausplerren anbelangt, keinen sonderbaren Stellenwert ein.
    Von der Fragwürdigkeit einiger Phrasen, die Sie da in offenbar wirren Geisteszuständen niederschrieben- die zugleich Ihre völlige Verschlossenheit zur mittlerweile teils extrem professionellen Volksmusikszene (ich meine NICHT volkstümliche Musik!) und eine fortgeschrittene Form von Realitätsfremde bekunden, abgesehen, entlarven Sie sich in diesem Artikel selbst als arroganter und niederträchtiger Schnösel.
    … Als hätten JS Bach, Händel, Mozart, Purcell etc. keine Unterhaltungsmusik komponiert und sich nie unter den Dienst eines Herren gestellt?!
    Sie selbst besitzen die Arroganz, eine Musik aus Zeiten absolutistischer Herrschaftsstrukturen der österreichischen Blasmusikkultur gegenüberzustellen und dann auch noch von Nationalismus und Patriotismus zu sprechen (-Ich empfehle Ihnen in diesem Zusammenhang einen Sommercrashkurs in Musikgeschichte bzw. den dtv-Atlas der Musik, Band 1/2).
    Diese -Ihre unhaltbare Argumentation auf kosten ehrlicher Musikanten, die wirklich musikalisch Hochwertiges schaffen, widert mich an.
    Stefan Bramberger

  27. der text soll definitiv dazu aufrufen, vorurteile über board zu werfen …
    hm, interessant, nur das 95% des textes mit vorurteilen zugepflastern sind … etwas unausgewogen, nicht? da muss man schon wirklich wissen wollen, was der herr verfasser zu sagen hat.
    aber vielleicht verhält es sich ja ganz anders und derjenige welche ist einfach nur fehl am platz(konzert) …

  28. Ein typischer Stegmayr, super einseitig, witzig und gefährlich. Danke Markus, ich ärgere mich immer wieder gerne über deine Anfälle.

  29. Ich habe auch gemeint, Blasmusik ist primär Tourismusschnulze, bis ich eines Tages die Blasmusik unseres Ortes bei einem Konzert erlebte.
    Weit weg von Schnulze und Klischee performten sie derart stimmungsvolle Musik, dass ich beschloss, die Vorstellung meines „Weltraum Projektes“ mit dieser Musik zu hinterlegen.
    Dass die Musikkapellen auch leben müssen, Geld benötigen, und daher bei Tourismusveranstaltungen das Klischee bedienen, sollte ihnen nicht übel genommen werden.
    Dass sie Tradion leben lassen, auch nicht.
    Ich würde gerne ein Beispiel „Tiroler Blasmusik“ hier her verlinken,
    sofern ihr ein bisschen „Eigenwerbung“ erlaubt.
    Das, von der Musikkapelle Haiming performte Stück ist von Otto M. Schwarz, einem Niederösterreicher, der zumindest in Japan geschätzt wird…
    Der Film ist von mir.
    https://www.youtube.com/watch?v=36m_97hCReg

  30. Aus diesem bericht liest man heraus das sich der autor eindeutig nicht mit der sache befasst hat weil sonst wüsst er wieviel wir bauertölpel für die kultur, kameradschaft,und für das allgemeinwesen machen….
    Aber ich finde dass sie ihren beruf verfehlt haben sie sollten lieber märchen für kinder schreiben und nicht meinen in der welt der grossen mitzureden wo sie gar keinen tau von einem thema haben

  31. Klingt verdächtig nach einem Pseudointellektuellen, der sich zu einem Leben in der großen Welt berufen fühlt, aber sich nicht traut. Wenn ich schon nicht in der großen Stadt leben kann, dann mache ich wenigstens alles schlecht, was nicht so ist, wie in meinem „Traum“…

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