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Von Blinkern und weniger hellen Lichtern!

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Die individuelle Interpretation der Straßenverkehrsordnung ist der ultimative Beweis dafür, dass unsere Gesellschaft einen eklatant hohen Idiotenanteil ertragen muss. Bezogen auf Tirol ist vor allem die Landeshauptstadt Innsbruck die Wiege hoffnungslos ignoranter KFZ-Lenker. Obwohl der Ärger überwiegt, lohnt sich ein genauer Blick auf die besonderen Highlights im Innsbrucker Straßenverkehr!

Die Richtung stimmt?

Woran es auch immer liegen mag, aber das Signalgeben bei einer Richtungsänderung, einem Wechsel der Fahrspur, einem Überholmanöver, beim Verlassen des Kreisverkehres oder beim Anhalten am Fahrbahnrand ist größtenteils abgeschafft worden. Zumindest nach eigener Interpretation vieler Verkehrsteilnehmer in Innsbruck. Dass dadurch oft gefährliche Situationen entstehen wird gepflegt ignoriert. Nicht nur andere Autofahrer sind darauf angewiesen, zu wissen, wohin ein anderer Verkehrsteilnehmer möchte. Auch Radfahrern und Fußgängern hilft es ungemein, wenn sie wissen, was ein Autolenker vorhat. Was viele Menschen definitiv nicht wissen: Sogar bei einer Vorrangstraße, die eine Kurve macht, muss geblinkt werden. Wird dies ignoriert und es kommt zu einem Unfall mit einem anderen Fahrzeug, das eigentlich Nachrang hätte, trifft den Nichtblinkenden eine Teilschuld!

Vom Rad zur Last!

Die Radfahrer stehen ihren CO2-ausstoßenden Kollegen auf zwei bis vier Rädern um nichts nach. Wer sich als Fußgänger, selbst als Radfahrer oder mit dem Auto durch Innsbruck bewegt, kommt aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus, so viele haarsträubende Situationen passieren mit den Pedalrittern. Nicht selten schießt ein Radfahrer auf der linken Fahrspur auf einen zu, als hätte er seinen letzten Australien- oder Irland-Urlaub emotional noch nicht verarbeitet. Die Farbe Rot kommt im Farbspektrum der muskel- und immer öfter auch elektrobetriebenen Zweiradler sowieso selten vor. Das Anhalten vor Zebrastreifen, um Fußgänger überqueren zu lassen? Man weiß gar nicht wie laut man nach dieser Frage lachen soll. Wenn bald der Lastenfahrradboom noch flächendeckend Einzug hält, werden sich Fußgänger zukünftig mit Schutzanzügen und Airbags ausgestattet durch die Innsbrucker Innenstadt bewegen müssen. Schließlich sollen die 10 Kilogramm Gemüse vom Bauernmarkt möglichst frisch zuhause ankommen. Verzögerungen durch wurstsemmelfressende Spaziergänger sind da weniger gerne gesehen und kleinere Fleischwunden werden da zum vertretbaren Klimaprotest!

Vom Träumen zum Trauma!

Wer sich mit einem Auto, Motorrad oder mit dem Fahrrad durch Innsbruck bewegt, kennt das Phänomen. Fußgänger die ohne zu schauen eine Straße überqueren, besonders im Innenstadtbereich. Besonderes Highlight sind jene Menschen – und davon gibt es gar nicht wenige – die beim Überqueren einer Straße zunächst in jene Richtung schauen, aus der kein Verkehr zu erwarten ist. Entweder gibt es unzählige Fans des Linksverkehrs in Innsbruck oder die Menschen sind einfach zu verträumt, wenn sie durch die Innenstadt schlendern. Dabei ist der Weg vom Traum zum Trauma nicht weit und besonders gefährlich wird es, wenn das IVB-Racing-Team um die Ecke biegt, wenn der Hanns Guck-in-die-Luft gerade mehr mit Drohnen als tatsächlichen Bedrohungen rechnet.

Politischer Mensch. Ausgeprägtes Bewusstsein für Umwelt, Ökologie und Gerechtigkeit. Hat Politikwissenschaften studiert. Arbeitet aktuell in der Politik. Auf Landesebene. Interessiert sich für Weltpolitik. Schreibt gerne Analysen.

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