Von Lustenau nach Kopenhagen. Championsleague statt zweite Liga.

4 Minuten Lesedauer

Eigentlich nur ein ganz normaler Dienstagabend. Eigentlich nur ein normaler Weg ins Stadion. Eigentlich nur Fans, die zum Stadion strömen. Eigentlich. Doch eigentlich ist alles anders. Es ist eben kein normaler Dienstagabend, es ist nicht der gleiche Weg ins Stadion und es sind auf keinen Fall die gleichen Fans, die sich aufmachen ihre Mannschaft zu unterstützen.
10638836_10152376830718562_1227338108_o
An diesem Dienstagabend bin ich auf dem Weg zum Parken. Nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß. Parken heißt die Heimstätte des FC Kopenhagen und der spielt an diesem schönen Abend gegen Bayer 04 Leverkusen um den Einzug in die Champions League. Die Möglichkeit Fußball auf diesem Niveau zu sehen, konnte ich mir nicht entgehen lassen. Also machte ich mich auf den Weg zum Stadion. Auf diesem Weg durchquert man einen schönen Park und schon dort kommt Fußballstimmung auf. Rechts und links messen sich Hobby-, Altherren- und Nachwuchsmannschaften. Auch hier wird um jeden Zentimeter gekämpft.

Hoch oben. Ganz oben. Dort wo sie hingehören. Die Legenden des FCK. Ein emotionaler, beeindruckender Moment für mich.
Hoch oben. Ganz oben. Dort wo sie hingehören. Die Legenden des FCK. Ein emotionaler, beeindruckender Moment für mich.

Und dann steht man davor – und muss den Kopf ganz nach hinten beugen, um bis nach oben sehen zu können. Ganz oben hängt ein Schild „Legends Club“ und daneben sind alle ehemaligen Größen vom FCK zu sehen. Mio, Manniche, Petersen und wie sie alle heißen, schauen auf einen herunter. Ein unglaubliches Gefühl verbunden mit Gänsehaut von Kopf bis Fuß.
So langsam füllt sich das Stadion. Dänische Fußballfans scheinen pünktlich zu sein.
So langsam füllt sich das Stadion. Dänische Fußballfans scheinen pünktlich zu sein.

Das Herz eines Fußballfans schlägt jetzt schon bis zum Anschlag, aber das war noch nicht alles. Nachdem man das Stadion durch einen der unzähligen Eingänge betreten hat, erwartet einen der schwierigste Teil: Die Bewältigung der unzähligen Treppenstufen. Im Zick-Zack geht es immer weiter nach oben. Es kommt einem vor, als ob man gar nie oben an kommt. Dann denkt man, man hat es geschafft. Doch weit gefehlt – die Verpflegungsstation ist erreicht – also nutzt man diese Gelegenheit und deckt sich ein. Hier gibt es alles Mögliche: Bier, Limo, Wasser, aber alles mit Deckel und Strohhalm. Es fühlt sich irgendwie an, als ob man gerade im McDonalds etwas bestellt hat. Besonders Highlight war dann noch das Popcorn das frisch zubereitet wurde. Kinoatmosphäre im Stadion? Geht das?
Die Fankurve ist schon voll bei der Sache. Mit einer beeindruckenden Choreo startet das Spiel.
Die Fankurve ist schon voll bei der Sache. Mit einer beeindruckenden Choreo startet das Spiel.

Ich kann diese Frage nur mit JA! Beantworten. Hat man nämlich einmal das obere Ende der Stufen erreicht, eröffnet sich ein Blick den ich niemals vergessen werde! Das Drönen der Lautsprecher, die ersten Fangesänge des Fanclubs oder die Spieler beim Aufwärmen schaffen eine Atmosphäre, die jeder Fußballfan liebt. Denn das ist Fußball!
Man beginnt zu Träumen und während der Schiedsrichter das Spiel bereits angepfiffen hat, ist man immer noch damit beschäftigt, alle Eindrücke zu verarbeiten. Nach 90 Minuten und 15 Minuten Halbzeitpause ist das Spektakel vorbei, das Ergebnis ist egal. Es zählt einzig und allein die erlebte Atmosphäre. Das ist dann der Moment, der mich daran erinnert wieso ich Fußball so liebe.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

*

code

Default thumbnail
Vorheriger Text

Kanada meets Innsbruck. Weltklasse trifft guten Durchschnitt: Ryan MacGrath

Default thumbnail
Nächster Text

Zeitungsromantik

Aktuelles aus Kategorie