NFL Woche 17: Wir haben ein Bild

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Beginnen wir mit der noch spannenden AFC. Ein Platz suchte noch einen Abnehmer. Für die New York Jets war nach dem Sieg gegen die New England Patriots alles angerichtet, ein Sieg bei den Buffalo Bills und die Playoff-Teilnahme wäre fixiert gewesen. Der einzig verbleibende Konkurrent, die Pittsburgh Steelers, mussten also auf einen Ausrutscher der Jets hoffen und selbst bei den Cleveland Browns gewinnen, um noch in die KO-Runden einzuziehen. Das Duell Jets-Bills stand auch im Zeichen des Trainers von Buffalo: Rex Ryan betreute zuvor jahrelang die Jets, wollte stets mit den New Yorkern den Super Bowl gewinnen, ehe er vergangenes Jahr entlassen wurde. Die Bills nahmen ihn anschließend unter Vertrag, im ersten Jahr unter Ryan konnten sie aber noch nicht um die Playoffs mitreden.
Lange Rede kurzer Sinn: die Jets haben es so richtig versemmelt. In einem phasenweise schwachen Spiel mussten sich die Grün-Weißen mit 17:22 geschlagen geben. Erst in der zweiten Hälfte begannen die Jets Football zu spielen, das starke Receiver-Duo Decker/Marshall ließ noch kurz Hoffnung aufflackern, ehe Quaterback Ryan Fitzpatrick die Nerven und damit auch den Ball regelmäßig zum Gegner warf. Auf Seiten der Bills stachen QB Taylor und RB Karlos Williams heraus. Taylor zeigte einmal mehr, warum Ryan auf ihn setzt: der 26-Jährige wurde erst in der Offseason von den Baltimore Ravens geholt, sah sich anfangs in einem Kampf um die Starting-Position mit Matt Cassell und EJ Manuel. Taylor gewann den Job und kam in seiner ersten Saison bei Buffalo auf über 3000 Passing Yards, 20 Passing Touchdowns, sechs Interceptions, 500 rushing Yards und vier rushing Touchdowns. Gestern gegen die Jets lief er auch in die Endzone, wechselte stark zwischen Pass und Lauf ab und besiegelte mit Rookie Karlos Williams (der insgesamt mit seinem neunten Touchdown seine erste Saison abschloss) das Ende der Jets Postseason-Träume.


Die Steelers waren zur Stelle, wenn auch nicht wirklich überzeugend. Big Ben und Co hatten gegen die Browns nicht wenig Probleme, konnten entweder nichts mit dem Ball anfangen oder verloren ihn an die Browns. Am Ende reichte es aber für ein 28:12, die Playoffs sind damit sicher. Allerdings muss Pittsburgh dort vermutlich auf ihren zweiten Runningback nach LeVeon Bell verzichten: auch DeAngelo Williams schied mit einer Knöchelverletzung aus dem Spiel aus und ist für das Playoffspiel am Wochenende noch fraglich.
Dann hatte die AFC South noch einen Platz zu vergeben. Houston Texans oder Indianapolis Colts, andere Mannschaften schieden aus. Die Colts hatten nur noch theoretische Chancen auf die Playoff-Teilnahme, ein Szenario aus gleich neun Dingen hätte passieren müssen, damit die Colts noch die Playoff-Luft schnuppern hätten dürfen. Die Texans mussten nur ihr Spiel gegen die Jacksonville Jaguars gewinnen. Das gelang. Houston damit drinnen.
Die Teams stehen also fest, bleibt noch die Setzung und da haben die New England Patriots gegen die Miami Dolphins alle Chancen für den Topplatz in der AFC. Ein Sieg und die Patriots haben Heimrecht in allen Playoffspielen. Die Patriots sind zwar wahrlich nicht von Verletzungen verschont, die Dolphins sollten aber dennoch keine Probleme bereiten. Natürlich kam es anders. Zwei Niederlagen in Folge, das sah man in New England schon lange nicht mehr. Tom Brady fand nicht ins Spiel, war nach einem Zusammentreffen mit Ndamukong Suh auch noch am Knöchel angeschlagen und konnte nichts gegen die 20:10 Niederlage tun (Brady warf für 134 Yards ohne Touchdown). Damit stand die Tür für die Denver Broncos sperrangelweit offen: ein Sieg bei den San Diego Chargers und der erste Platz in der AFC ist ihnen sicher.
Bei den Broncos startetet Brock Osweiler obwohl Peyton Manning wieder fit war. Die Saison der Chargers ist alles andere als eindrucksvoll, gerade einmal vier Siege konnte man einfahren, die Defensive ist über weite Strecken nicht vorhanden. Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: es war alles angerichtet für die Broncos. Im Gegensatz zur Chargers Defensive, ist jene aus Denver die Ligabeste. Diese sollte auch noch im Zentrum stehen. Osweiler startete mit einem Touchdown zur 7:0 Führung ehe sein Receiver Sanders beim stand von 7:3 fumblete. Die Chargers konnten nichts daraus machen, Osweiler übernahm wieder und warf eine Interception. Wieder konnten die Kalifornier nicht anschreiben, wieder bekam Osweiler den Ball und abermals übergab er den Ball an den Gegner, diesmal fumblete er. Es wollten einfach keine Punkte fallen. Die Broncos Defensive hielt was sie versprach, Osweiler kam wieder und warf noch eine Interception. Vier Turnover in der ersten Halbzeit. Die Chargers konnten wenigstens noch ein Field Goal beisteuern. 7:6 zur Pause.


Genug Osweiler, Peyton musste übernehmen und tat eigentlich nichts anderes als den Ball an seine Runningbacks zu übergeben. Diese taten aus Broncos-Sicht das einzig richtige und liefen in die Endzone. Die Chargers drehten zwar auch noch einmal auf, am Ende setzte sich Denver aber mit 27:20 durch. Nur um auf die Wichtigkeit dieses Spiels hinzuweisen: hätten die Broncos das Spiel verloren, wären sie auf Platz fünf in der AFC zurückgefallen und hätten sogar ihre Division gegen die Kansas City Chiefs verloren. So sicherte man sich aber den ersten Platz, eine Bye-Week und das Heimrecht in den Playoff-Spielen.

In der NFC: alles beim Alten?

Jain. Kommt auf die Sichtweise drauf an. Schon seit letzter Woche stehen die Teams fest, die in den Playoff teilnehmen, auch hier ging es „nur“ noch um die Setzung. Die Seattle Seahawks trafen auf die Arizona Cardinals. Ein Duell, auf dem Papier eng, in der Praxis – zumindest gestern – eindeutig. Die Cardinals konnten erstmals in dieser Saison nicht ihre gewohnte Leistung zeigen, wurden von Wilson und Lockett regelrecht auseinandergenommen und traten defensiv desaströs auf. 36:6 für Seattle, beide Mannschaften schonten im Laufe des Spiels ihre Quaterbacks. Für Arizona eine Niederlage zur richtien Zeit, wenn es denn so etwas gibt. Lieber jetzt verlieren als in zwei Wochen, wenns dann um etwas geht.
Die Carolina Panthers sind wieder auf der Siegesstraße, Cam Newton hatte mit den Tampa Bay Buccaneers seine Freude. 38:10 für die Panther, Newton rushte zu seinem insgesamt zehnten Saisontouchdown und zum 43. in seiner Karriere. Damit liegt er jetzt schon auf Platz eins der ewigen Bestenliste, wenngleich er sich diesen noch mit QB-Legende Steve Young teilen muss. Die Panthers bleiben mit dem Sieg an erster Stelle der NFC.
Im Spiel der Green Bay Packers gegen die Minnesota Vikings ging es noch um den Sieg in der NFC North. Die Packers hatten nach der brutalen Klatsche gegen die Cardinals vergangene Woche einiges gutzumachen. Die Vikings erwiesen sich aber als zu harter Brocken. 20:13, die Vikings holen sich also wirklich den NFC North Titel und den dritten Platz in der NFC. Team der Stunde bleiben aber die Washington Redskins. Kirk Cousins dreht in den letzten Wochen komplett auf, so auch gestern, wo er die Dallas Cowboys schon in der ersten Hälfte zerstörte. Cousins wurde anschließend geschont, die Redskins brachten den Sieg über die Zeit. Damit endet die Regular Season.

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SB
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Da ist es. Die Zahlen neben dem Teamnamen bedeuten die Setzung in der Conference. Das ist insofern wichtig, da diese Indikator für die restlichen Paarungen ist. Es ist nämlich nicht so, dass der Sieger aus Vikings-Seahawks automatisch auf die Cardinals trifft. Viel mehr trifft das Team mit der höchsten Setzung auf die Cardinals, und das Team mit der niedrigsten auf die Panthers (drei ist in dem Fall höher als sechs!). Somit könnte es im Divisionalplayoff zum Aufeinandertreffen zwischen den Seattle Seahawks und den Carolina Panthers kommen.
Eine genauere Vorschau auf die Playoffs und einen Rückblick auf die Ligaspitzenreiter wird in den kommenden Tagen noch nachkommen. Für’s erste war’s das: Jetzt gehts dann um alles, ab jetzt ist verlieren endgültig verboten. Ab Samstag geht’s los, Puls 4 zeigt alle Partien live.

Die Ergebnisse der Woche 17:

New Orleans Saints @ Atlanta Falcons 20:17
New York Jets @ Buffalo Bills 17:22
Detroit Lions @ Chicago Bears 24:20
Baltimore Ravens @ Cincinnatti Bengals 16:24
Pittsburgh Steelers @ Cleveland Browns 28:12
Washington Redskins @ Dallas Cowboys 34:23
Jacksonville Jaguars @ Houston Texans 6:30
Tennessee Titans @ Indianapolis Colts 24:30
New England Patriots @ Miami Dolphins 10:20
Philadelphia Eales @ New York Giants 35:30
Seattle Seahawks @Arizona Cardinals 36:6
Tampa Bay Buccaneers @ Carolina Panthers 10:38
San Diego Chargers @ Denver Broncos 20:27
Oakland Raiders @ Kansas City Chiefs 17:23
St. Louis Rams @ San Francisco 49ers 16:19
Minnesota Vikings @ Green Bay Packers 20:13

Standings:

AFC

AFC East W L T Per.
New England Patriots -z 12 4 0 .750
New York Jets 10 6 0 .625
Buffalo Bills 8 8 0 .400
Miami Dolphins 6 10 0 .375
AFC North W L T Per.
Cincinnati Bengals -z 12 4 0 .750
Pittsburgh Steelers 10 6 0 .625
Baltimore Ravens 5 11 0 .313
Cleveland Browns 3 13 0 .188
AFC South W L T Per.
Houston Texans-z 9 7 0 .563
Indianapolis Colts 8 8 0 .500
Jacksonville Jaguars 5 11 0 .313
Tennessee Titans 3 13 0 .188
AFC West W L T Per.
*Denver Broncos 12 4 0 .755
Kansas City Chiefs – x 11 5 0 .688
Oakland Raiders 7 9 0 .438
San Diego Chargers 4 12 0 .250

NFC

NFC North W L T Per.
Minnesota Vikings – z  11 5 0 .688
Green Bay Packers – y 10 6 0 .625
Detroit Lions 7 9 0 .438
Chicago Bears 6 10 0 .375
NFC East W L T Per.
Washington Redskins – z 9 7 0 .563
Philadelphia Eagles 7 9 0 .438
New York Giants 6 10 0 .375
Dallas Cowboys 4 12 0 .250
NFC South W L T Per.
Carolina Panthers* 15 1 0 .938
Atlanta Falcons 8 8 0 .500
New Orleans Saints 7 9 0 .438
Tampa Bay Buccaneers 6 10 0 .375
NFC West W L T Per.
Arizona Cardinals – z 13 3 0 .813
Seattle Seahawks – x 10 6 0 .625
St. Louis Rams 7 9 0 .438
San Francisco 49ers 5 11 0 .313

x – im Playoff
z – Divisionssieger
*- Divisionsieger und Heimrecht

Titelbild: Facebook / Minnesota Vikings

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