Es ist Festivalzeit!

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Du wirst die große Schwingtüre öffnen, dich kurz umblicken. Menschen werden in Grüppchen im Foyer stehen und sich leise unterhalten. Hie und da wird ein Mann laut und herzhaft lachen. An der Kassa wirst du ein Ticket lösen und dann die Stufen zum Kinosaal emporsteigen. Mit Betreten des Saals wirst du Innsbruck hinter dir lassen: den Lärm der Baustellen, die Telefonate von heute morgen, deine kranke Mutter, die Geburtstagsfeier nächste Woche. Du wirst dein Handy ausgeschaltet haben: keine E-Mails, keine Anrufe, keine Nachrichten mit lustigen Bildern. Zwei Stunden lang wirst du offline sein – ein Privileg! Du wirst die Dunkelheit im Saal genießen und wirst zugleich ruhig und neugierig werden. Bald wird der Vorhang im Saal nach oben gehen, du wirst den großen Kinobildschirm sehen, der dich mitnimmt in die weite Welt. Das wird dich erwarten. Denn: Leute, es ist Festivalzeit!

Zum 24. Mal findet in dieser Woche von Dienstag bis Sonntag das Internationale Filmfestival Innsbruck, kurz IFFI, statt. Bei einem Festival wird gefeiert. Es wird die Filmkunst zelebriert, es werden Botschaften übermittelt, Cineasten gewürdigt, Preise verteilt. Kurz: die kommende Woche wird ein Fest des Mediums Film an dem alle eingeladen sind, teilzunehmen. Das Programm ist vielfältig. Es bietet ehrliche Geschichten von den dunkelsten Seiten der menschlichen Seele, vom schmalen Grat zwischen Verzweiflung und Hoffnung, Erzählungen von gelebten und zerplatzen Träumen, von berührender Zärtlichkeit und brutalster Gewalt. Das IFFI zeigt Berichte von staatlichem Versagen, von Korruption und politischen Ammenmärchen. Intime Einblicke in die Lebenswelten verschiedener Völker stehen ebenso am Programm wie liebevolle Darstellungen von originellen Menschen, die das Leben mit Humor nehmen.

Das Alpenfeuilleton wird in dieser Woche einen Vorgeschmack auf drei Filme geben, die am Programm des IFFI stehen. Es wird dich einladen, dich auf Filme einzulassen, dich mit interessanten Themen zu beschäftigen, das internationale Flair eines Filmfestivals zu genießen und Freude am Medium Film zu haben.

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