Filmkunst in Innsbruck: Vom Setzen und Überwinden von Grenzen

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Bild aus LAMPEDUSA (Film von Peter Schreiner)

Wo liegt dieses Jahr der Schwerpunkt?


Inhaltlich widmet sich das IFFI dieses Jahr dem Phänomen „Grenzen“: Grenzen im Kopf, Grenzen des für Menschen Erträglichen, Grenzen als Barrieren. Somit wird Migration zum zentralen Thema, ist jedoch im Rahmen des IFFI nicht nur als das Überschreiten von Grenzen im geographischen Sinn zu verstehen.
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Was sind die Highlights?


Als eines der Highlights des diesjährigen Filmfestivals gilt Gianfranco Rosis Fuocoammare (28.5. um 20:00 Uhr, Leokino 1). Im Zentrum des erst kürzlich auf der Berlinale mit dem Goldenen Bär ausgezeichneten Films, steht die italienische Insel Lampedusa – Symbol der Hoffnung für Menschen die aus ihrer Heimat flüchten müssen und gleichzeitig Symbol des Versagens der europäischen Flüchtlingspolitik. In Fuocoammare dokumentiert Rosi auf nüchterne Weise das Leben jener Menschen auf der Insel, die Zeugen der wohl größten humanitären Tragödie im Europa unserer Zeit werden.
Ebenso von Flucht und dem Kampf ums Überleben an der Außengrenze Europas erzählt der dänische  Film Les Sauteurs (26.5. um 19:00 Uhr, Cinematograph). Beleuchtet wird die spanische Enklave Melilla in Nordafrika von der aus etliche Menschen auf der Flucht versuchen nach Europa zu gelangen. Von Issac, einem ghanaischen Flüchtling der zum Fußballgott in einer Kärntner Dorfmannschaft gekürt wird, handelt Welcome Home, eine deutsch-österreichische Produktion (27.5. um 19:00 Uhr, Cinematograph).
Wer Leichtigkeit und Humor auf der Kinoleinwand vorzieht, sieht sich Walnut Tree (27.5. um 19:30 Uhr, Leokino 1) an: ein liebevoller Film über eine Brautentführung in Südkasachstan.  Eine ebenso witzige Komödie ist Šiška Deluxe (29.5. um 21:00 Uhr, Cinematograph) die vom skurrilen Abenteuer drei alter Freunde erzählt.
walnut tree


Was gibt es abseits der Leinwand zu erleben?


Etwas abseits der großen Kinoleinwände, treffen sich während der Festivalwoche auch heuer wieder junge, ambitionierte Filmemacher zum Innsbruck film Campus. Zum mittlerweile vierten Mal, teilen Experten aus verschiedenen Bereichen der Filmkunst mit Talenten aus Österreich und aller Welt ihre  Kenntnisse und Erfahrungen. Während zur Eröffnung und zum Abschied alle Festivalgäste eingeladen sind, ziehen sich die jungen Talente während des Campus auf Schloss Büchsenhausen zurück, wo es an Kreativität, Motivation und Inspiration nicht mangelt.
Zum 25. Mal bringt das IFFI nicht nur eine Vielfalt an Filmen und Persönlichkeiten nach Innsbruck, sondern bietet auch ein ums andere Mal Raum für Begegnung und Dialog. Leokino, Cinematograph und viele andere Orte Innsbrucks bieten dem Film und seinen Schöpfern eine stilvolle Bühne. Ob Kunst um der Kunst Willen oder Kunst als politischer und intellektueller Input, eines ist sicher: das Kino ermuntert uns, die Grenzen unserer Gedanken zu hinterfragen.

Alle Bilder: Quelle = www.iffi.at, Titelbild: Film still aus dem Film LAMPEDUSA, Austria 2013 - 2015, assistant director and producer: Maria Schreiner, production: Peter Schreiner Filmproduktion - echt.zeit.film

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