Katinka: Österreichischer Exportschlager auf Heimspiel in Innsbruck

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Wie jede gute Geschichte, beginnt jene von Katinka mit einer Katze. Ohne die Katze von Sängerin Katha wäre die Musikgruppe vermutlich auch heute noch ohne Bandnamen unterwegs. Oder zumindest mit einem komplett anderem, nicht vorstellbar passendem. Denn bei Katinka, da passt der Name zum Sound der dahinter steht. Deutsch, psychedelisch, rockig. Wie geht das zusammen?
Wir treffen zwei Viertel der Band in einem Innsbrucker Lokal, zunächst ganz unrockig auf einen Kaffee. Die obligatorische Frage wird zuerst gestellt: Wie ist Katinka entstanden? Kennengelernt hat man sich in Mannheim. Raphi, der Tiroler, traf Tom, den Salzburger, um gemeinsam Musik zu machen. Logischerweise standen beide auf die Red Hot Chilli Peppers, man verstand sich, tauschte sich aus, fand heraus, dass der eine Gitarre und der andere Bass spielt. Das geschah zufällig, nicht aber, dass man sich in Mannheim traf. Dort studieren beide an der renommierten Popakademie, die zahlreich erfolgreiche Musiker „produziert“. Und weil’s zu zweit nur halb so viel Spaß macht, warf man sich – wie man in Österreich sagt – mit Sängerin Katha „auf ein Packerl“. Mit ihr kam auch die Entscheidung, Texte auf Deutsch zu schreiben. Eine für Raphi und Tom damals nur schwer vorstellbare Sache. Die vierte im Bunde war Schlagzeugerin Loui. War ist in diesem Fall auch wörtlich zu verstehen, nach drei Jahren ging man „in Freundschaft und viel Liebe auseinander“.


Die Fahne nach außen tragen


Dass Bands aus Österreich in Deutschland derzeit schwer angesagt sind, ist nichts neues. Wanda und Bilderbuch sind die prominentesten Beispiele einer neuen Generation von Musikgruppen, die es in Deutschland zu Erfolg geschafft haben. Für Raphi und Tom ist es immer wieder amüsant, wenn ihre deutschen Freunde plötzlich aufgeregt über neuen Sound sprechen: „Bei uns kennt man die Bands ja meistens schon früher. Schafft es eine Band in Deutschland, spielen dir gerne einmal Freunde den „neuen“ Sound aus Österreich vor. Obwohl der bei uns schon seit längerer Zeit auf FM4 lief.“ Selbst sieht man sich als Hybridband, halb deutsch, halb österreichisch. „Wir wollen die Fahne nach außen tragen. Einerseits in Deutschland, andererseits in Tirol. Wir fahren immer wieder gerne Heim, um uns neu inspirieren zu lassen und umgekehrt wollen wir zeigen, dass auch aus einem vermeintlich kleinen Land, gute Musik kommen kann“, sagt Raphi.

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© Julian Haas

Einflüsse ohne Ende


Woher kommt nun der Sound, den Katinka macht? „Alles was wir hören beeinflusst uns. Das kann HipHop sein oder so wie jetzt hier, Lounge-Musik“, sagt Tom, während im Hintergrund eine kleine feine Melodie gespielt wird. Im Proberaum wird dann meistens gejamt, dadurch dass man sich mittlerweile gut kennt, entstehen so neue Lieder. „Am Anfang hat meist Katha die Songs geschrieben, mittlerweile ist das ganz demokratisch und jeder bindet sich ein, oder hat eine eigene Idee“, erklären Raphi und Tom. Für den Text ist immer noch die Frontfrau mit der unglaublichen Stimmpräsenz zuständig.
2016 und 2017 hat man einiges vor. Im Sommer will man das neue Album aufnehmen, eine größere Tour soll 2017 folgen. Wie geht das ohne Drummer? „Wir sind in intensiven Verhandlungen“, schmunzelt Raphi. Für den Auftritt in Innsbruck hat man einen Studienkollegen mit im Gepäck, der laut Aussage der Band, nicht abgeneigt scheint, Teil der Gruppe zu werden.


Heimspiel


Schon vor einem Jahr waren Katinka zu Besuch in Innsbruck. Heuer kehrt man als Headliner im Weekender in die Heimat zurück. Für Raphi ist es wirklich ein Heimspiel, aber auch für Tom wird Tirol mehr und mehr zur Heimat: „Ich komme immer wieder gerne hierher. Allerdings haben wir schon den Plan bei der nächsten Tour auch in Salzburg zu spielen. Sonst sehen die anderen ja auch nichts neues“, scherzt der Bassist.
Was erwartet das Publikum in Innsbruck? „Einige neue Songs! Und den ein oder anderen Special Guest.“ Konkret handelt es sich dabei um Andi von MoDest und Yves von Mother’s Cake. Die Band pflegt und hegt Freundschaften mit anderen heimischen Bands. Als Vorband fungieren mit Divine Line und Skyshape auch zwei Tiroler Bands. Ein ganz besonderes Goodie hat man sich für Innsbruck auch noch ausgedacht: man will ein Live-Video drehen. Wer den Sound von Katinka kennt, kann sich vorstellen, wie episch Bilder dazu werden.
Ach ja, wie war das nun mit dem Bandnamen? „Tom und ich waren auf dem Weg zu Katha, als sie uns anrief und sagte, sie bräuchte noch Katzenfutter. Wir gingen also in den Laden und uns fiel Katinka in die Hände.“ Der Rest ist Geschichte.


Katinka gastiert am Samstag 14. Mai im Weekender. Karten gibt’s im Vorverkauf für 10 Euro, Einlass ist ab 20 Uhr. 
Homepage von Katinka


Titelbild: Simon Hegenberg

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