Hier wird an der Uni geslamt

7 Minuten Lesedauer

Es war einmal

von Lisa Klingler
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Es war einmal.
Es war einmal … vor langer … langer Zeit.
Es war einmal … vor langer … langer Zeit, an einem weit weit entfernten Ort.
Es war einmal vor langer, langer Zeit, an einem weit, weit entfernten Ort
ein dramatisches Schicksal.
PARDON, zwei dramatische Schicksale.
Auf ewig miteinander verbunden.
Durch spannungsvolle Schicksalschläge gezeichnet.
Auf problematisch, packende Proben gestellt.
Es waren einmal vor langer, langer Zeit zwei Brüder, die genau diese nervenaufreibenden, packenden, spannungsgeladenen, abenteuerlichen, mitreisenden,
erstunken und erlogenen Geschichten nieder schrieben.
Lügengeschichten und Ammenmärchen, Aberglaube und Bauernregeln, Halbwahrheiten und Überlieferungen.
Doch das Konzept funktioniert – bis heute.
Je weniger man sicher weiss, umso sicherer wird es behauptet.
Ums so wahrer ist die Information.
Und umso heißer brodelt die Gerüchte – KÜCHE.
Und wir alle wissen es wie leicht sich mit Plausch Gschichten spinnen lassen.
Fast eben so leicht, wie Stroh zu Gold gesponnen werden kann.
Glaubt ihr nicht?
Klar doch. Die Nichte der Schwester des Cousins des Schwagers meiner Tante – mütterlicherseites –
hat genau jenes vor langer … langer  Zeit, an einem weit, weit entfernten Ort getan.
Es war einmal … vor nicht all zu langer Zeit … da war ich selbst noch nicht ganz so KLUG, GELEHRT und AUFGEKLÄRT, wie heute – da waren es genau jene Geschichten – die zwei Brüder vor langer … langer Zeit geschrieben hatten – die mich jeden Sonntag vor den Fernseher fesselten. Zeit für das Sonntagsmärchen am Kinderkanal.
Denn, Man hört sie nicht, einmal oder zweimal. Man hört sie zwiefach. Sie begleiten uns durchs ganze Leben:
Als Kind – NAIV, DUMM und KLEIN – wenn das ganze Leben ein Ponyhof ist, es Zuckerbrot schon zum Frühstück gibt, lässt man sich Nachmittags doch gerne in verzauberte Welten zerren.
Wenn man dann endlich alt genug wäre, um zu verstehen, dass es   vor langer   langer Zeit doch gar nicht sooo schön und soooo festlich   war, sondern vielemehr Armut, Pest und Hungersnot herrschten.
Wenn man dann endlich so reif ist, um das zu verstehn, sind es Hormone die einem den Kopf verdrehen
und man seht sich nach RICHTIGEN Helden, die einen aus der Asche retten, Rosenhecken bezwingen und Türme erklimmen. Die Praxisrelevanz und Realitäts-Relation seien da mal so hingestellt. Relativ betrachtet, erscheinen diverse Heldentaten ohnehin recht – TRIST.
Erst … lange … lange Zeit später wird einem die simple Genialität dieses Phänomens bewusst und dem  Ein oder Anderen erschließt sich vielleicht sogar die Moral von der Geschicht.
Und wenn sie nicht gestorben sind können sie auch noch ihren Enkeln von bösen Machhenschaften und trauernden Witwen, nackten Herrschern, Biestern, Wölfen, Geistern. Wünschen, Träumen, Flüchen, Rätseln. Riesen, Schneiderleins, Meisterdieben, Groß- und Stiefmüttern erzählen.
Und weil sie noch nicht gestorben sind und das auch noch lange nicht tun werden, erzähln wir sie noch heute.
Und auch noch in langer … langer Zeit.


#Sprache

von Valentina Gattringer
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Sprache, was ist Sprache?
Sprache, verwenden wir um miteinander zu kommunizieren.
Sprache, verwenden wir um zu kritisieren.
Sprache, nutzen wir um jemanden zu genieren.
Sprache, ja die Sprache hilft manchmal sogar uns zu blamieren.
Laut den großen weiten des Internets hat Sprache viele Bedeutungen.
„Sprache ist ein System aus Zeichen, besser gesagt die Möglichkeit sich auszudrücken“, sagt der Duden
„Unter Sprache versteht man die Menge, die als Elemente alle komplexen Systeme der Kommunikation beinhaltet“, behauptet unser bester Freund Wikipedia.
Sprache wächst mit uns.
Ausdrücke, Wörter ja sogar die Sprachen vermischen sich ineinander.
„Ey yo bro, chill mal low” – Sprachverfall oder Sprachwandel?
Ja das ist hier die Frage!
Die deutsche Sprache ist angeblich nicht mehr „Hip“ und
wird durch neue Ausdrücke und Wörter gekippt.
Hashtag hin Hashtag her die neue Sprache vernetzt uns immer mehr und mehr.
Englisch ist das neue Deutsch und über „Literatur“ sind wir heut nicht mehr erfreut.
Grammatik, Rechtschreibung und Ausdruck kennt „What´s App“ Facebook und Co nur von Gerüchten sowieso.
Genetiv, Dativ, Akkusativ, sind Begriffe die kommen mittlerweile in den Keller mit Telefonbuch und Landkarten, denn mit Smartphones sind wir schneller.
Die ältere Generation versucht mitzuschwimmen und fragt sich, ob diese neue Wörter wohl stimmen.
Oma und Opa versuchen die neuen Jugendwörter zu verstehen und beginnen zu sehen, die Sprache bleibt niemals stehen.
Die Sprache ist eine ständig wachsende Figur mit immer wieder neuer Frisur.
Sie geht mit der Zeit und ist jederzeit bereit für eine neue Laufzeit.
Meine Meinung aber ist und damit mein ich keinen Mist:
Unsere Sprache mit all den Regeln und Wörtern die ist so schön deswegen sollten wir sie uns bewahren bis in ganz vielen Jahren.


Sämtliche Slamtexte (insgesamt 8 Texte) wurden im Zuge der Lehrveranstaltung „Sprache und Stil“ an der FH Kufstein geschrieben und vorgetragen. Hier am ALPENFEUILLETON werden sie zum ersten Mal einer breiteren Öffentlichkeit gezeigt. Bald geht es mit Teil 2 (von 4) und zwei weiteren Slamtexten weiter.
Artikelbild (c) Hannes Bodner Bau GmbH & Co. KG, FH Kufstein – 3. Bauabschnitt

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