Ein adäquat humorvoller Abend im Lichtspieltheater

4 Minuten Lesedauer

Der Inhalt


Auf überspitzt, persiflierte Art und Weise beobachten wir hier den Alltag in einem Hollywood-Filmstudio der 1950er. Da gibt es zum Beispiel Menschen, die kümmern sich um den Ruf ihrer Schauspieler: Wer heiratet wen und wie beeinflusst das die Ehre der Studios und das Image der Mimen. Das Statistendasein ist stillstehend, man hat Probleme mit europäischen Schauspielern die beliebt beim Publikum sind, leider aber nicht der englischen Aussprache mächtig und die Kostüme in Filmen sind immer zu eng, das betont die Figur aber optimal.
Eddie Mannix kümmert sich als „Fixer“ um die Reputation des Studios. Nichts Negatives darf nach draußen kommen. Diesen Job macht er gut.
„Time is money“ – das wird uns immer wieder durch kreative Uhren-Aufnahmen gezeigt. Jetzt wird die Geschichte Jesu in „Hail, Caesar!“ gedreht. Der große Star Baird Whitlock spielt die Hauptrolle. Dieser wird dann aber von zwei Statisten entführt und zu einer Gruppe kommunistischer „writer“ gebracht. Um die Ausbeutung der Drehbuchautoren zu kompensieren, verlangen diese vom Studio 100.000 Dollar Lösegeld.
Als eine Kolumnistin eine Skandalgeschichte über die Karriere von Braid Whitlock veröffentlichen will, wird sie vom „Fixer“ der Studios darauf hingewiesen, dass ihre Quelle einer der Kommunisten ist. Würde sie das veröffentlichen, wäre sie quasi im Bunde mit den amerikanischen Erzfeinden. Eddie Mannix löst auf unkonventionelle Art alle Probleme seines Studios. Wie immer. Die Kolumne wird nicht veröffentlicht und ein ganz normaler Tag in Hollywood der 1950er endet.


Die Kritik


Ein Film für Fans der „Goldenen Ära“ Hollywoods. Definitiv nichts für die Masse, auch wenn ein paar Gags jeden zum Schmunzeln bringen. Aber selbst das eher intellektuelle Publikum im Leokino kam über das Schmunzeln und ein leises „Hehe“ nicht hinaus. Herzhaft gelacht wurde nicht. Aber vielleicht macht man das in diesen Kreisen auch nicht. Könnte ja wer mitbekommen.
Neulich erzählte mir eine Freundin nach ihrem ersten Besuch im Kabarett: „Also wenn ich mal voll der Snob bin und einmal im Monat lachen will, schau ich mir sowas an.“ Und das passt auch irgendwie zu „Hail, Caesar!“. Mit viel Liebe zum Detail machen die Coen-Brüder hier Kino für Liebhaber. Das darf sein und das gefällt auch sicher einer Fan-Gruppe. Potential wäre definitiv für mehr da. Ich, als nicht-Fachmann dieser Filmära, hatte andauernd das Gefühl „das war eh schon humorvoll – gleich wird’s richtig gut“. Aber der Höhepunkt kommt und kommt nicht und plötzlich sind die 90 Minuten um.
Ich wollte den Saal beim Beginn des Abspanns verlassen, als mich meine kultivierte Begleitung zurückhielt und sagte: „Moment! Warte! Der Abspann eines Films ist wie das Kuscheln nach dem Liebesakt.“ Ich wartete.
Ein Ehepaar meinte beim Rausgehen (nach dem Abspann):
„Ach, selten so gelacht!“
Na wenn das für deren Sexleben spricht – Hehe
Liebhaber-Wertung: 4/5
Normalwertung: 2.5/5

Die weiteren Vorführtermine findet ihr hier.


Der Trailer


Artikelbild (c) Screenshot Trailer "Hail, Caesar".

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