Fucky Birthday

6 Minuten Lesedauer
alle Fotos: (c) David Herzig, für FuckUp Nights Innsbruck

In diesem Jahr wurde gleich 6x upgefuckt: Menschen erzählten von ihrem Scheitern und Wiederaufstehen. Es war immer lehrreich, lustig und rammelvoll.
Hier der Bericht zur Jubiläumsausgabe in Innsbruck:


Was ist 1 Businessplan?


Markus kommt aus der Speditionsbranche. Er studierte in Heidelberg Tourismus und arbeitete unter anderem als Matratzenvertreter und „Sky“-Promoter. Markus machte aber auch die Ausbildung zum Freizeittrainer. „In der Natur denkt man an Anderes“, wie er sagt. Irgendwann kam die Idee zu „Bassalo“: Zwei lange Becher und ein Ball. Fertig ist die StartUp-Idee. Was fast ein bisschen zu simple klingt, schaut mit kreativen Moves „nice“ aus und ruft beim Fangen Glücksgefühle hervor. Man kann es auch als Teamsport betreiben.
Der Name kommt von der venezuelischen Mama, die als eine der Ersttesterinnen immer rief: „Passala!“. Und weil im World-Wide-Web nur die Domain für „Bassalo“ frei war, heißt das Produkt nun so.  Mit den Banken hatte Markus am Anfang etwas Probleme. Da musste man zum Beispiel einen Businessplan vorlegen. „Was ist 1 Businessplan?“ – Keine Ahnung. Schnell gegoogelt, ist so ein Plan auch schnell gpemacht. Dann folgte aber eine etwas ungemütlichere Zeit: Keine Freunde, keine Freundin, kein Geld.

(c) FuckUp Nights, David Herzig
Erwartungsvolle Blicke.

Aber da hatte die venezuelische Kartenlege-Mama die Lösung: Man schicke den Sohnemann zur Kaffeesatzleserin. Der Kaffeesatz sagte was von zwei Herren, die ihm helfen werden. Einer trägt Bart und hat ein markantes Kinn, der andere hat einen Lockenkopf. Kurz darauf rief Bank Nummer 7 an und Markus traf den Lockenkopf und den Bartträger mit markantem Kinn. Es folgte ein Feuerlauf-Seminar. „Glaube versetzt Berge“ und nach einem Wochenende läuft man durchs Feuer.
Ein Buchtipp von Markus: „Alles läuft super während ich weg bin – Loslassen und dem Göttlichen die Schwergewichte überlassen“ von Lola Jones. Ein weiterer Tipp: Ehrlich sein mit Geld. Der Vermieter sagt dann ohnehin: „Des passt schu, Markus. Bisch eh a Hackler!“ Mittlerweile läuft’s mit „Bassalo“ eigentlich ganz gut. Die Japaner wollen es groß rausbringen und auch lokal ist „Bassalo“ das Geschenk für Gewinnspiele&Co.
Weil die Kaffeesatzleserin mittlerweile nicht mehr Kaffeesatz-liest und Marktwirtschaft nicht ganz das Thema von Markus ist, sagt er sich heut: „Egal wie der Markt läuft, Du musst geil sein.“


Von Surfen, gemeinsamen Frühstücken und 300% Wachstumsmarkt


Mag. Moritz Willburger arbeitet an „Blue Sparrow“ mit. „Blue Sparrow“ ist eine Drohne, die nur 250g wiegt. Dadurch gilt sie als Spielzeug und kann problemlos verkauft werden.
Mag. Moritz Willburger surft gern. Als dann der Wechsel vom Windsurfer zum StartUp-Gründer anstand, gab es eine Prämisse: „Wenn ich schon keinen Spaß beim Windsurfen habe, dann Spaß in der Arbeit!“ Und so startete das Leicht-Drohnen-Projekt in seiner Wohnung. Das Team verständigte sich auf täglich gemeinsames Frühstück und Mittagessen. „Auf so engem Raum lernt man sich kennen. Wir müssen nicht beste Freunde werden, aber alles ansprechen.“

Diskussionen gehören zum Scheitern.
Diskussionen gehören zum Scheitern.

Nach 1,5 Jahren stand dann der professionelle Weg ins Büro an. Als man bei Sony nach einem ersten Prototyp einer Kamera fragte, meinten die „Wie viel Millionen brauchen Sie denn?“ – „Erstmal fünf.“ (ohne Millionen).
Man bekam dann von einem „Formel 1“-Zulieferer eine 2-Achsen-Kamera, bemerkte nach zwei Jahren aber, dass man eine 3-Achsen-Kamera braucht. Das Endprodukt verspätete sich also um sechs Monate. Auf die Frage, ob der Drohnen-Markt nicht übersättigt ist, antwortet Mag. Moritz Willberger: „Der Wachstumsmarkt beträgt laut Goldman Sachs 300% Wachstum jährlich.“
In weiteren sechs Monaten will man das Produkt nun aber endgültig auf den Markt bringen.


Fazit


Ich war selbst fünfmal live dabei beim Upfucken in der Bäckerei (Link zu Beitrag #2, #3, #4). Das Konzept funktioniert und ist mutig. Bettina Wenko fuckt selbst sehr oft up bei Speaker_innen, die erst zusagen und dann doch absagen. Es braucht ordentlich Eier, vor einer lauschenden Meute von bis zu 400 Menschen zu sagen, dass das eigene Leben, die eigene Idee ordentlich upgefuckt ist. Die Persönlichkeiten, welche in Innsbruck sprachen, hatten keine Scheu wirklich Persönliches preiszugeben. Und davon lebt ein Abend wie dieser. Man findet Bücher über private, wie auch unternehmerische Fehler zur Genüge. Aber ein Mensch, der das verkörpert, gibt mehr her und spendet Mut zum upfucken. „(…) Lasst uns möglichst viele Fehler machen und möglichst viel aus ihnen lernen. (…) Ist mir egal ob das verrückt ist. (…) Also Los. Schreiben wir Geschichten, die wir später gern erzählen.“* Bettina Wenko und hunderte Lauscher_innen warten auf Dich.
Auf weitere Jahre der Erkenntnis. – Alles Gute zum einjährigen, liebe FuckUp-Night Innsbruck!
Für unsere Vorarlberger_innen:
Die Idee bohrte sich auch durch den Arlberg und so wird am 14.12.2016 zum ersten Mal im Ländle upgefuckt.
(*Julia Engelmann)

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