The power of being nice VI

oder warum Gewalt nie eine Lösung ist.

4 Minuten Lesedauer
(c) Michael Baumgartner
AFEU Kolumnist (c) Michael Baumgartner

Wow, was war das für ein Ding?

Will Smith marschiert bei den Oscars auf die Bühne und verpasst dem Comedian Chris Rock eine schallende Ohrfeige. Im Jahr 2022, vor der versammelten Filmprominenz, laufenden Kameras und somit einem Millionenpublikum.

Was war passiert? Chris Rock erlaubte sich einen Scherz auf Kosten einer Zuschauerin. Eigentlich nichts ungewöhnliches für einen Comedian. In diesem Fall war es jedoch Jada Pinkett Smith, Schauspielerin und Ehefrau von Will Smith. Das würde sie jetzt aber bei keinem Comedian aus der Schusslinie nehmen und die Oscars sind ja mittlerweile auch dafür bekannt, dass der eine oder andere Star „geroastet“ wird.

Will hat den Scherz über die Frisur seiner Frau, eine Glatze, anscheinend auch lustig gefunden oder zumindest so getan als ob er es lustig findet. Jada die an kreisrundem Haarausfall leidet, konnte über den Witz nicht groß lachen. Das hat wohl auch Will bemerkt und machte sich auf den Weg zur oben beschriebenen Backpfeife. Soweit so schlecht. Ruhe im Publikum und ein sichtlich verstörter Chris Rock waren die Folge.

Will Smith bekam kurz darauf seinen ersten Oscar als bester Hauptdarsteller für seine Darbietung des Vaters von Serena und Venus Williams im Film „King Williams“. Doch ist es das an was wir uns erinnern? Nein, es ist die Ohrfeige und das bringt mich wieder zurück zu meinem Konzept, dass nett sein die viel größere Power hat als Gewalt und Hass.

Will Smith will natürlich seine Frau verteidigen und jeder von uns kennt die Gedankenspiele darüber, was man machen würde, wenn jemand die eigene Familie bedroht oder beleidigt sieht. Man würde den Angreifer filmreif zu Schnecke machen. Wie eben Will Smith, denn seine Reaktion hätte gut in einen seiner Action Filme gepasst, aber nicht ins reale Leben im Jahr 2022.

Natürlich, wenn man sich etwas mehr mit der Geschichte von Will Smith und Chris Rock beschäftigt findet man recht schnell heraus, dass es der Comedian schon öfter auf die Familie Smith abgesehen hat. Dennoch war die Reaktion massiv übertrieben, wie sich Smith jetzt auch eingesteht, weshalb er sich auch bei allen Beteiligten entschuldigt hat.

Übrig bleibt, dass sich Will Smith den wohl größten Tag seiner Karriere ruiniert hat. Warum? Weil er nicht besonnen gehandelt und die Kraft die im nett sein steckt nicht erkannt hat. Was wäre die bessere Lösung gewesen? Auf keinen Fall zu schweigen, aber wäre er auf die Bühne gegangen, hätte sich Chris Rock geschnappt, ihn vor seine Frau gestellt und gesagt, dass er sich bei ihr entschuldigen soll, hätte er ein Statement gesetzt, das einem Oscar Preisträger würde gewesen wäre.

Jetzt hat er nur Freikarten für körperliche Gewalt verteilt, für jeden dem es nicht passt was sein gegenüber sagt. Denn was er auch noch vergessen hat, ist seine Vorbildwirkung.

In diesem Sinne, bleibt besonnen und be nice. 🙂

Ruheloser Serial Entrepreneur und Podcaster aus Innsbruck. Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Redet eigentlich lieber wie er schreibt, aber siehe Satz zu neuen Herausforderungen, weiter vorne. Hat sich seine kindliche Begeisterung für alles was Popkultur betrifft erhalten.

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