Dolomitenmann: 28 Jahre und noch immer kein bisschen müde

6 Minuten Lesedauer

Berglauf, Paragleiten, Mountainbiken und Wildwasser-Kajak. Was sich anhört wie ein Erlebnisurlaub, ist Programm beim Dolomitenmann. 103 Teams aus 18 Nationen gehen morgen, Samstag, an den Start und kämpfen: einige um den Sieg, die anderen gegen den inneren Schweinehund. Nicht umsonst definiert sich der Staffelwettbewerb als „härtestes Rennen“ der Welt.
Der Startschuss fällt um 10 Uhr auf dem Lienzer Hauptplatz, die Bergläufer machen den Anfang. Für sie geht es nach Amlach und weiter auf den sogenannten Goggsteig bis zum „Kühbodentörl“. Insgesamt zwölf Kilometer und 2.000 Höhenmeter müssen bewältigt werden. Den Rekord hält der Eritrea Mamu Petro, er übergab nach einer Stunde 24 Minuten und 34 Sekunden (1:24:34) an seinen Teamkollegen und den Paragleiter.

Anton Palzer (Foto: Oliver Jiszda, Red Bull Content Pool)
Anton Palzer (Foto: Oliver Jiszda, Red Bull Content Pool)

Für die Paragleiter geht es zunächst noch einmal weiter hinauf auf den Berg, zum Startplatz am Red Bull-Pylon vorbei, ehe sie davon fliegen. Nach einer Zwischenlandung auf der Moosalm, peilen die Piloten heuer erstmals nicht den Leisacher Sportplatz an, sondern landen im Dolomitenstadion in Lienz. Dort übergeben sie an die Mountainbiker. Der Österreicher Paul Guschlbauer flog die Strecke in 30:46 Minuten bis jetzt am schnellsten.
Wer sich auf eine gemütliche Radtour freut, ist beim Dolomitenmann falsch. Zwar verläuft die Strecke am Beginn durch das Stadtgebiet von Lienz, jedoch gilt es schnell wieder einmal einen Berg zu besiegen. Schotter- und Waldwege sind die Regel, die Strecke führt die Athleten an der Moosalm vorbei, hinauf zum Hochsteinkreuz. Wo nicht gefahren werden kann, wird getragen. 17,4 Kilometer aufwärts, 1695 Höhenmeter, bis man an der alten Ski-Abfahrtsstrecke H2000 hinunterbrettert. Bei einem Durschnittsgefälle von 26% geht jetzt nach Leisach. Die Kajakfahrer warten. Lukas Buchli aus der Schweiz hält den Rekord mit 1:33:09.
Alban Lakata auf der Mountainbike-Strecke (Foto: Mirja Geh, Red Bull Content Pool)
Alban Lakata auf der Mountainbike-Strecke (Foto: Mirja Geh, Red Bull Content Pool)

Die letzte Disziplin führt ins Wasser und nicht mehr auf den Berg. Die Kanuten durchqueren die Drau um sich anschließend sitzend aus sieben Meter Höhe in den Fluss zu werfen. Ein Slalom mit Aufwärtspassagen und eine sieben Kilometer lange Wildwasserregatta verlangt den Sportlern alles ab, ehe sie samt Kajak und völlig ausgepowert abermals Richtung Lienzer Hauptplatz ins Ziel laufen. Der Rekord liegt bei 34:04 Minuten, aufgestellt von Herwig Natmessnig.

Die Strecke:  Gelb: Berglauf Grün: Paragleiten Rot: Mountainbike Blau: Kajak
Die Strecke:
Gelb: Berglauf
Grün: Paragleiten
Rot: Mountainbike
Blau: Kajak

Der Superstar und sein Pech

Marcel Hirscher und Sport ist wie Mozart und Musik: der kann eigentlich alles. Abgesehen von seinen skifahrerischen Fähigkeiten (vierfacher Gesamtweltcupsieger und Weltmeister) war der 26-Jährige zuletzt mit seinen Kollegen Felix Neureuther und Aksel Lund Svindal beim Audi TT-Cup in Spielberg zu Gast. Nun sollte die große Herausforderung Dolomitenmann erfolgen. Zusammen mit Dolomitenmann „Veteran“ Andreas Goldberger, Wendelin Ortner sowie Snowboardweltmeister Benjamin Karl, wollte Hirscher als Kanute für das „Wings for Life“-Team an den Start gehen. Zusammen mit Kajak-Profi Harald Hudetz wagte sich der Salzburger in die Fluten.

Doch dann die Hiobsbotschaft: Hirscher darf nicht an den Start gehen, ein Magen-Darm Virus setzt ihn außer Gefecht. „Das ist die erste Niederlage für heuer in dieser Saison….Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, meldet sich der Skifahrer in einer Videobotschaft an seine Fans.
[fbvideo link=“https://www.facebook.com
/hirschermarcel/videos/781548235289806/?permPage=1″ width=“600″ height=“400″
onlyvideo=“1″]

Was es sonst noch zu Wissen gilt

Der Grazer Gerald Rosenkranz will die Mountainbike-Strecke auf spezielle Art und Weise meistern: mit seinem Einrad! Eine Neuheit beim Dolomitenmann, für den Steirer sind steile Abfahrten aber kein Novum, gewann er doch letztes Jahr die Bronzemedaille bei der Einradweltmeisterschaft im Downhill.
Die Seriensieger:

  • 7 Siege: Roland Stauder (Italien) – Mountainbike
    Harald Hudetz (Österreich) – Kajak
  • 6 Siege: Wendelin Ortner (Österreich) – Paragleiten
    Thomas Hilger (Deutschland) – Kajak
  • 5 Siege: Jonathan Wyatt (Neuseeland) – Berglauf
    Helmut Schmuck (Österreich) – Berglauf
  • 4 Siege: Hannes Pallhuber (Italien) – Mountainbike
    Markus Prantl (Italien) – Paragleiten
    Kurt Pock (Österreich) – Kajak
  • 3 Siege: Gerhard Schmid (Österreich) – Kajak
    Peter Schatz (Österreich) -Berglauf
    Alfons Hörhager (Österreich) – Paragleiten

Die Strecke: 
Den genauen Streckenverlauf findet man hier.
Die Party:
Wer sich den Dolomitenmann nicht entgehen lassen will und schon am heutigen Freitag vor Ort ist, kann ab 19:30 den Tourneeauftakt mit Norman Stolz am Lienzer Hauptplatz feiern. Anschließend findet ab 21:00 Uhr eine Ö3-Party statt.
Der Wettkampftag startet um 10:00 Uhr am Hauptplatz in Lienz. Ab 10:15 hat das Dolomitenstadion geöffnet, um 14:00 sollten die ersten Athleten ins Ziel am Hauptplatz einlaufen. Die Siegerehrungen finden um 18:30 statt. Anschließend wieder Ö3-Party und ein Konzert von Virginia Ernst.

Titelbild: Kanute Harald Hudetz (Foto: Mirja Geh, Red Bull Content Pool)

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

*

code