Gefallen und ertragen im März

7 Minuten Lesedauer

Der dritte Monat endet mit dem heutigen Tag. Wir wollen noch einmal auf die Dinge zurückblicken die uns besonders gefallen haben und auf jene, die wir ertragen mussten.

Was im März top war:

Kendrick Lamar und Action Bronson
Wirklich, wie oft hat die Redaktion schon angefangen einen Text über Kendrick Lamars langersehntes Album „To pump a butterfly“ zu schreiben? Schon nach der Veröffentlichung der Single „The blanker the berry“ brannte es unter den Fingern. Die Zeit verhinderte leider einen ausführlichen Bericht – die Feuilletons und Tageszeitungen waren und sind mittlerweile gefüllt mit Lobeshymnen auf Kendricks drittes Album. Aber ein bisschen was muss dann doch noch kommen. Auf einmal war es da eine Woche früher als angekündigt. Und wahrlich „To pump a butterfly“ ist mit seinem Vorgänger „good Kid m.A.A.d.“ city nur auf einer Ebene zu vergleichen: der Perfektion.
https://www.youtube.com/watch?v=6AhXSoKa8xw
Während „good Kid m.A.A.d. city“ zum Inbegriff des neuen Rapkonzeptalbum avancierte, experimentiert Lamar am aktuellen Tonträger mit allem was HipHop und Rap im Jahr 2015 zu bieten hat. Funk, Jazz, Deepness und vor allem politischen Rap. „To pump a butterfly“ thematisiert Rassismus in den USA, gerade in Zeiten der Unruhen auf Grund der Todesfälle von Trayvon Martin und Michael Brown erhebt er seine Stimme. Lamar kommt aus Compton in Kalifornien, südlich von Los Angeles gelegen, eine der härtesten Gegenden in den USA. Überfälle, Drogenhandel, Waffen, Mord, praktisch GTA stehen dort an der Tagesordnung. „good Kid m.A.A.d. city“ war Gangbangen‘, „To pump a butterfly“ greift dieses gezielt an: Heuchler wird zum geflügelten Schlüsselwort.

So don’t matter how much I say I like to preach with the Panthers
Or tell Georgia State „Marcus Garvey got all the answers“
Or try to celebrate February like it’s my B-Day
Or eat watermelon, chicken, and Kool-Aid on weekdays
Or jump high enough to get Michael Jordan endorsements
Or watch BET cause urban support is important
So why did I weep when Trayvon Martin was in the street?
When gang banging make me kill a nigga blacker than me?
Hypocrite!

Als essentiell wird es bezeichnet, noch revolutionärer als Kanyes „Yeezus“. Dem schließen wir uns an –„To pump a butterfly“ hat folgende Reaktionen bei uns ausgelöst: „F*ck Alter, ich kann mi nicht erinnern wann mir das letzte mal etwas so eingefahrn ist“ Wir sind verliebt.

Damit kommen wir zum zweiten Musiker Action Bronson: Keine Ahnung wie wir dazu gekommen sind, wie der 31-Jährige zum Rap gekommen ist, war er doch Koch. Sein erstes Majoralbum kam am 23. März, also ursprünglich am selben Tag wie „To pump a butterfly“. Aber mit „Mr. Wonderful“ hat er etwas richtig feines rausgehauen. Schöne, voluminöse, klassische – kurz fette Beats und sehr solider Rap drüber. Dem gibts nichts hinzuzufügen. Mögen wir.

Der Nino aus Wien und Ernst Molden – das ewige Leben

Spontane Konzerte sind die Besten. Galt auch für dieses, rein, zwei Stunden Austropop, zwar nicht alles neu aber definitiv neu interpretiert. Der Kulturchef war eigentlich eh zufrieden. Einzig das Redaktionslied des Monats wurde vermisst (oder schlichtweg und das wär dann wirklich bitter, überhört):

Kein Text wird ohne dieses Lied geschrieben. Und weils doch irgendwie dazu passt, reden wir auch noch gleich über den neuen Brenner, der war nämlich auch sehr gut. Hat uns auch gefallen. So wie Schick Schock von Bilderbuch. Aber auch darüber lassen wir andere schreiben.

Was noch gefallen hat:

  • Die Formel 1 hat wieder begonnen
  • Der Erfolg des ÖFB und der Ski-Asse
  • Ein Bier mit Olive

Und natürlich die 1000 Likes auf Facebook. Hat vielleicht mit dem #Hipsterlymp und der Knödleria zu tun. #Berlin auf jeden Fall!

Was wir aushalten mussten:

Der schleichende Niedergang des FC Wacker Innsbruck
Die Tragödie nimmt wirklich schon griechische Züge an. Auch wenn man’s kaum glauben kann, Innsbrucks Fußballklub rutscht immer weiter in die Krise. Zwei Punkte hat man nach der Winterpause holen können. Unser Chefredakteur hat sich das genauer angeschaut und auch fünf Gründe für die Misere gefunden. Das tut uns weh. Auch in der Länderspielpause.

Das GeiWi-Max im Jahre 2015. Kurz vor der Schließung.
Das GeiWi-Max im Jahre 2015. Kurz vor der Schließung.

Die Auflösung des GeiwiMax
Lang hat’s dauert, jetzt ist’s also wirklich weg. Ein Raum für alle. Ob das gut oder schlecht ist? Eher schlecht! Aber dafür haben wir jetzt eine UNI-Rubrik.
Die Herabwürdigung von Globuli und Berufen
Homöopathie – was für ein Schwachsinn. So der Tenor der Antibiotika- und Pharmaverfechter. „Sollen sie doch alle krank werden, selber Schuld.“ Und überhaupt wenn sie die, die sie pflegen belächeln weil sie eh den ganzen Tag nicht viel tun. Nein auf Diffamierungen jeglicher Form haben wir keine Lust. Haben wir aber ertragen müssen.
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Hipster und das neue Islamgesetz

Das war der März. Danke fürs lesen, teilen und kommentieren. Die drei Mann-Armee wächst. Dank euch oder auch Ihnen. Morgen ist dann April.

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