Meine Reise

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Nach unten geht es immer schneller. Ganz von selbst. Und selbstverständlich.

Keine Kraft. Kein Willen. Nichts ist nötig. Fremde Kräfte ziehen. Leiten. Lenken.

Die Umkehr braucht Bekenntnis. Klaren Kopf und starkes Herz.

Nach oben musst du kämpfen. Wollen. Tun. Dich überwinden.

Alles zieht nach unten. Doch du gehst und gehst und gehst.

Hinsehen – das kann schmerzen. Eingestehen – schwer verletzen.

Den Stolz. Das Ego. Ja das Selbst. Doch wer nach oben will, muss kämpfen. Überwinden.

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Doch der Geist – er ist ein Luder. Schlägt sich auf fremde Seiten.

Ist ein Schauspieler allererster Güte. Ein Täuscher. Trickser. Mogler.

Er flüstert laut. Schreit leise. Er zeigt dir Gipfel – fremder Länder.

Er entführt dich ganz nach oben. An Orte wo Gedanken toben.

Wo Wurzeln in den Lüften kreisen. Wo Schwindel dir die Richtung weist.

Doch wenn die Wolken sich verdichten. Schwerer Nebel dir die Weitsicht nimmt.

Dann ist oben plötzlich unten. Und nach unten geht es immer schneller.

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Hinsehen – das kann schmerzen. Eingestehen – schwer verletzen.

Wenn sich das Ziel der Reise ändert. Stehst du am Anfang weiser Wege.

Denn dann kommst du an Orte – wo oben dir die Wurzeln bleiben und unten all die Träume weilen.

Wo Überwinden nicht mehr nötig ist. Weil du verstehst und akzeptierst. Nicht der Kopf sollte dich lenken.

Begreifen heißt am Ziel zu sein. Nach innen geht die Reise.

Ich überspringe Gräben, Mauern, Burgen. Auf dem Wege zu mir selbst.

Gewohnheiten – sie bleiben liegen. Mein Herz es wächst und wächst.

Erfahrungen werden zu den meinen. Ich beginne zu begreifen.

Unten. Oben. Alles Illusionen.

Ein Leben zwischen Schreibmaschine und Fußballplatz. Eigentlich Betriebswirt. Heute mal Autor, mal Sportmanager. Hat das ALPENFEUILLETON ursprünglich ins Leben gerufen und alle vier Neustarts selbst miterlebt. Auch in Phase vier - "Diskursplatz für Selbstdenker" - aktiv mit dabei und fleißig am Schreiben.

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