#1 Dusk Chorus

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2 Minuten Lesedauer
(c), Alex d’Emilia, https://goo.gl/b9gHV7

#1 DUSK CHORUS von Nika Saravanja & Alessandro D’Emilia, ITALY, 2016, 62’


An den Rändern der uns vertrauten Zivilisation, in den noch unberührten äquatorialen Regenwäldern unserer Welt, sitzt ein Italiener und lauscht der atemberaubenden Geräuschkulisse. Wie die indigenen Völker vor Ort versucht er sie zu lesen – zu verstehen. Doch David Monacchi verwendet hierfür modernste Tontechnik, die er den weiten Weg herbei geschleppt hat.
Der diesjährige INFF-Eröffnungsfilm des Innsbruck Nature Film Festivals Dusk Chorus basiert auf einem Langzeitprojekt der Nichtregierungsorganisation Fragments of Extinctions des Tonkünstlers David Monacchi und ist die filmische Aufbereitung einer akustischen Dokumentationsarbeit. Er hat sich dem Auftrag verschrieben, die jahrtausendealte Geräuschkulisse äquatorialer Regenwälder mit neuester Technik aufzunehmen und dieses akustische Erbe für die Nachwelt zu bewahren.
Monacchi macht das Klangspektrum der Wälder mit der höchsten Artenvielfalt digital sichtbar und offenbart: Die chaotisch wirkende Geräuschkulisse basiert auf einem fragilen Gleichgewicht aller Lebewesen. Die Tiere kommunizieren miteinander ohne jedoch einander dabei zu stören. Kleinste Veränderungen haben hierbei größte Auswirkungen. Durch die rapide Veränderung der Umweltbedingungen durch das Eingreifen des Menschen, ist dieses Gleichgewicht gestört. Den Tieren bleibt keine Zeit zur Anpassung. Sie verlassen ihre angestammten, von Störgeräuschen geprägten Habitate oder verschwinden schlicht von der „Klang-Landkarte“.
„Der Film geht langsam von der Schönheit der Landschaftsbilder zum Hörerlebnis über, vor allem dank eines Sound Designs, das dem zentralen Thema des Filmes ebenbürtig ist.“ (Mourad Moussa – Visions du Réel) Nika Saravanjas und Alessandro D’Emilias filmische Aufbereitung ist im wahrsten Sinne des Wortes berauschend.
 

 
Das INFF ist ein internationaler Naturfilm-Wettbewerb, der engagierten NaturfilmerInnen eine Plattform bietet, Ihre neuesten Werke zu präsentieren. Vier Festivaltage mit Filmpräsentationen und einem anspruchsvollen Rahmenprogramm laden ein zum fachlichen, ökologischen und künstlerischen Diskurs. Weitere Informationen zum Festival unter www.inff.eu  oder  www.facebook.com/inff.eu

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