NFL Woche 8 – da waren's nur noch vier

11 Minuten Lesedauer

Über Woche sieben konnte man hier leider nichts lesen, die Zeit ließ einen brauchbaren Artikel leider nicht zu. Umso mehr soll die achte Woche behandelt werden. Gerne würden wir Spielzusammenfassungen zeigen, die NFL erlaubt allerdings keine Verwendung außerhalb ihrer Youtube-Seite.Vor dem Spieltag waren fünf Teams noch ungeschlagen: die Carolina Panthers, die Cincinnati Bengals, die New England Patriots, die Denver Broncos und die Green Bay Packers. Letztere trafen sich auch im Sunday-Night Spitzenspiel. Dazu später mehr.
Das Titelbild ziert diese Woche „Big Ben“ Roethlisberger, Quaterback der Pittsburgh Steelers. Der zweimalige Superbowl-Sieger kam im Spiel gegen die Bengals zu seinem ersten Einsatz seit Woche drei. Die großen drei sind also wieder vereint: Big Ben – Running Back Le’veon Bell und Wide Receiver Antonio Brown, sollten für Furore sorgen und den Bengals die erste Saisonniederlage zuführen. Tatsächlich schien alles lange nach Plan zu laufen, Brown brachte die Steelers mit einem TD in Führung, Cincinnati fand in Form von QB Dalton aber überhaupt nicht ins Spiel. Das Glück ist den Steelers heuer wirklich nicht treu – so schnell einer der Führungsspieler wieder fit ist, verletzt sich ein anderer, diesmal traf es RB Le’Veon Bell. Achtung: das Video ist nicht sehr schön anzusehen, das Knie ist kaputt, Saison vorbei.
Für das Spiel bedeutete das zunächst nicht viel. Die Steelers führten lange 10-6, Turnovers passierten zwar, konnten aber nicht ausgenützt werden. Cincinnati schien am Rand der ersten Niederlage ehe Shawn Williams für die spielentscheidende Szene sorgte
Dalton fand im Anschluss seinen WR A.J. Green – Touchdown Bengals, knapp drei Minuten auf der Uhr. Big Ben startet noch einmal eine Angriffsserie und wird wieder gepickt. Interception, die Bengals können aber nicht anschreiben. Die letzten Sekunden gehören wieder den Steelers, Big Ben und seine Mannen können das Spiel aber nicht drehen. Die Bengals bleiben also unbesiegt – 7:0.

London schon wieder vorbei  – 49ers bleiben in der Krise

Drei NFL-Spiele pro Jahr finden im Wembley-Stadion in London statt, zudem dient in Zukunft das neue Stadien der Tottenham Hotspurs auch als Spielort. Die Spielstätten sind hypermodern, jetzt fehelen eigentlich nur noch hyperstarke Teams. Die Jacksonville Jaguars spielen traditionell jedes Jahr in London, eine Verbesserung des Teams in den letzten ist aber nicht zu erkennen. Die New York Jets, die Miami Dolphins sind auch mittelmäßig und die Detroit Lions und die Kansas City Chiefs sind katastrophal. Ok, nur noch die Lions, die Chiefs scheinen sich schon wieder aus der Krise gespielt zu haben.
Lions – Chiefs war also die letzte Partie in London. 1:6 gegen 2:5. Detroit feuerte unter der Woche ihren Offensiv-Coordinator Joe Lombardi und fand Ersatz in Form ihres bisherigen QB-Coaches. Man erhoffte sich dadurch einen neuen Schwung im Offensivspiel. Ein Satz mit X – das war wohl nix. Noch schlechter als die Offensive präsentierte sich nur die Defensive. 45-10 für die Chiefs. Die Lions gehen jetzt in die turbulente Bye-Week. Danach sollte man schleunigst gewinnen, sonst werden wir in Motown bald einen neuen Head-Coach sehen.Trotzdem – Detroit wird die Saison als schlechtestes Team der Liga beenden – nur die San Francisco 49ers könnten den Löwen gefährlich werden. Wenigstens hat man was zum Lachen:

Colin Kaepernick und seine Offensive (Credit: Facebook/Nfl Memes)
Colin Kaepernick und seine Offensive (Credit: Facebook/Nfl Memes)

Nur Reggie Bush kann das toppen. Der Running Back ging nach einem Punt-Return aus dem Spielfeld, rutschte aus, prallte gegen die Wand und riss sich dabei das Kreuzband. Die Verletzung ist nicht lustig, allerdings passt das so perfekt ins Bild der 49ers Saison. Es wird nicht leichter und auch nicht besser. Das Divisionsspiel gegen die Rams wurde verloren, der Record sagt 2:6.

Big Game in Big Easy

New Orleans ist bekannt für Partys und gute Stimmung. Zu einer richtigen Party kam es zwischen den Saints und den New York Giants. Gut, defensiv interessierte das Spiel anscheinend niemanden. 52-49. Noch einmal 52-49. Zweiundfünfzig zu neunundvierzig! Ihr seid doch alle verrückt. Drew Brees und Eli Manning mit absoluten Rekord-Zahlen:

Eli Manning und Drew Brees: Ein Spiel für die Ewigkeit (Credit: NFL / Facebook)
Eli Manning und Drew Brees: Ein Spiel für die Ewigkeit (Credit: NFL / Facebook)

Der eine legt vor, der andere immer nach. 49-49 fünf Sekunden vor Schluss. Entschieden wird das Spiel durch das einzige Fieldgoal des Spiels, zusätzlich noch ein 50 Yard FG. Brees allein stellte mit sieben Touchdowns den All-time Rekord ein. 511 Yards für Brees, 350 Yards und sechs Touchdowns für Manning. Odell Backham fing drei davon und hält nun bei 19 Touchdowns in seinen ersten 20 NFL Spielen – nur einer hatte einen TD mehr: Randy Moss! Bitte einfach die Highlights anschauen.

Denver, Denver, Denver

Denver Broncos – Green Bay Packers. Eine Serie muss also reißen und nicht wenige gingen davon aus, dass die Broncos 6:1 gehen würden. So kann man sich täuschen. Es bleibt einfach dabei, Denver hat eine herrausragende Defensive. Packers QB Aaron Rodgers hat mit 77 (!) Yards und KEINEM Touchdown das schlechteste Spiel seiner Karriere (Verletzungen ausgenommen). Auf der Gegegnseite scheinen die O-Line Probleme halbwegs gelöst worden zu sein. Drei rushing-Touchdowns machten den 29-10 Sieg der Broncos über die Packers perfekt. Die verrückte Welt des Footballs machts möglich: Eli mit sechs Touchdowns verliert, Peyton mit null TDs gewinnt und bleibt ungeschlagen
Schon am Donnerstag konnten die Patriots ihre Serie ausbauen. Die Dolphins hatten keine Chance und mussten ihren kleinen Höhenflug beenden. Brady, Edelman und Gronk zu stark. Da braucht es nicht viele Worte, New England bleibt wieder einmal Topfavorit auf den Super Bowl. Carolina kann gegen die Colts noch nachziehen und ebenfalls ungeschlagen bleiben.

Und sonst so?

Die Oakland Raiders bleiben so etwas wie das Team der Stunde. Gegen die New York Jets wurde AC/DC (Amari Cooper – Derreck Carr) nicht viel zugetraut – Jets Cornerback Revis lässt Wide Receiver verzweifeln. Trotzdem hatten die Raiders keine Angst, Carr warf, weniger auf Cooper als auf Crabtree (ein TD) und auf Holmes (zwei TDs). Ein weiterer Sieg, wenn auch die Verletzung von Jets QB Fitzpatrick half. Geno Smith kam wieder aufs Feld und fand gleich einen Mann, allerdings einen Raider: Charles Woodson
Der 39(!)-jährige Safety wurde zum AFC Defensive Player des Oktobers gewählt und fing seine insgesamt 65ste Interception im Spiel gegen die Jets, nur vier Spieler haben mehr. Offensiv zeigte QB Carr einmal mehr auf:
Die Raiders also auf 4:3 – die unnötige Niederlage gegen die Bears in Woche vier dürfte langsam nerven. Hinter den Broncos könnte es in der AFC West vielleicht wirklich für das Wildcard-Game reichen.
Die Baltimore Ravens gewinnen ein Spiel, verlieren aber ihren wichtigsten Spieler. Beim 29:26 Sieg gegen die San Diego Chargers verletzte sich Receiver Veteran Steve Smith an der Achillessehne und fällt die restliche Saison aus. Offensiv ein schwerer Verlust, vielleicht sieht man den Altmeister gar nicht mehr in einem NFL Spiel.
Über Seattle – Dallas gibt es nicht viel zu sagen. War eh recht spannend, aber beide Mannschaften sind einfach nicht in Form. Seattle funktioniert immer noch nicht, Dallas hat Dez Bryant wieder, Tony Romo fehlt aber noch (das ich sowas mal schreiben würde!). 13-12, ein spannender Score, aber das wars dann.
Und zum Schluss noch was lustiges aus der NFC South. Die Atlanta Falcons verlieren ihr zweites Divisonspiel: nachdem man gegen die Saints verlor, nahm Tampa Bay den Sieg aus Atlanta mit. Vier Turnovers der Falcons halfen mit, allerdings benötigten die Piraten die Overtime um noch 23:20 zu gewinnen. Wobei lustig…Tampa Bays Rookie Kwan Alexander spielt groß auf, zwei Tage nachdem sein Bruder in einer Schießerei starb. Der Sieg wurde ihm gewidmet. Winston und Co nehmen also wieder einen Sieg mit und haben aktuell einen besseren Record als Dallas. Hier noch ein schöner Turnover:
Das wars auch schon wieder für diese Woche. Wir lesen uns nächste Woche wieder!

Ergebnisse Woche 8:

Donnerstag
Miami Dolphins @ New England Patriots, 7:36
Sonntag:
Detroit Lions @ Kansas City Chiefs, 10:45
Tampa Bay Buccaneers @ Atlanta Falcons, 23:20
San Diego Chargers @ Baltimore Ravens, 26:29
Minnesota Vikings @ Chicago Bears, 23:20
Arizona Cardinals @ Cleveland Browns, 34:20
Tennessee Titans @ Houston Texans, 6:20
N.Y. Giants @ New Orleans Saints, 49:52
Cincinnati Bengals @ Pittsburgh Steelers, 16:10
San Francisco 49ers @ St. Louis Rams, 6:27
N.Y. Jets @ Oakland Raiders, 20:34
Seattle Seahawks @ Dallas Cowboys, 13:12
Green Bay Packers @ Denver Broncos, 10:29
Dienstag:
Indianapolis Colts @ Carolina Panthers

Titelbild: Facebook / NFL

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