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Tag X – Klimawandel kostet nix!

Die Kostenwahrheit für die Folgen des Klimawandels liegt verborgen in wissenschaftlichen Studien, die Menschen haben sie nicht verinnerlicht.

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Eine arglos in der Umwelt entsorgte Zigarettenkippe verunreinigt zahlreiche Liter Grundwasser, in der Zigarette selbst sind mehrere tausend schädliche Inhaltsstoffe verarbeitet. In zu vielen Ländern dieser Erde gibt es weder Straf- noch Anreizkultur. Klimaschädliches Verhalten wird nicht bestraft, der Anreiz für klimafreundliches Verhalten wird nicht geschaffen.

Die Kostenwahrheit für die Folgen des Klimawandels liegt verborgen in wissenschaftlichen Studien, die Menschen haben sie nicht verinnerlicht. Dürreperioden und Überschwemmungen vernichten ganze Landstriche und Ernteausfälle machen Lebensmittel teurer. Im Supermarkt werden die Nudeln 30 Cent teurer, an der Tankstelle wird der Sprit um 10 Cent teurer. Für viele Menschen ist das kein Problem. Die wahren Kosten? Sie bleiben im Verborgenen.

Solange im Supermarkt die Mangos, Papayas und Avocados dieser Welt in aller Seelenruhe neben den regional angebauten Produkten liegen dürfen, haben wir doch kein Problem. Oder?

Irgendwann…

Irgendwann werden Lebensmittel so teuer, dass es auch den Mittelstand hart trifft. Irgendwann wird die Entscheidung was auf den Tisch kommen soll vielleicht nicht mehr mit Hilfe eines hippen Kochbuches getroffen, sondern nach der schieren Verfügbarkeit gefällt werden müssen. Was verfügbar ist, wird gegessen. Irgendwann wird es an so vielen Tagen zu heiß oder zu trocken sein, dass selbst der letzte Zweifler merkt, dass etwas nicht stimmt.

Irgendwann ist leider eben erst irgendwann und wenn man es merkt, ist es oft schon zu spät. Wer verzweifelt auf der letzten Eisscholle sitzt und hofft, dass diese nicht auch noch schmilzt, hätte sein Geld wohl lieber in einen Schwimmkurs investiert, als in ein zweites Auto.

Solange Menschen umweltschädliches Verhalten an den Tag legen können und vollkommen losgelöst von jedem Kostenbewusstsein die Natur mit Füßen treten. Solange werden wir das Ruder nicht herumreißen können. Solange werden auch die entscheidungsschwachen Politiker nicht genügend Druck von unten spüren, um dem Klimawandel alles entgegen zu setzen, was sie in ihrer schmalen Trickkiste haben. Schließlich kostet der Klimawandel nix – außer unser Leben!

Politischer Mensch. Ausgeprägtes Bewusstsein für Umwelt, Ökologie und Gerechtigkeit. Hat Politikwissenschaften studiert. Arbeitet aktuell in der Politik. Auf Landesebene. Interessiert sich für Weltpolitik. Schreibt gerne Analysen.

1 Comment

  1. Wenn wir doch wenigstens all unser Wissen und Können nicht in dämliche Marsmissionen stecken würden, die dem Überleben der Menschen auf diesem Planeten nicht wirklich was bringen würden, sondern in technisches Knowhow zur Bewältigung der Klimakrise, wäre schon viel gewonnen.

    Ein bescheidener Lebensstil wird sich in einer Demokratie leider nicht durchsetzen lassen, in einem Maße nämlich, dass er wirklich nützt. Vielleicht sollten wir es doch mit Platon versuchen. Nicht die Demokratie hielt er für die beste Staatsform, weil sie in Beliebigkeit und „Es allen-recht-machen-Wollen“ ausartet, sondern die Staatsform, in der der Philosoph König ist, ein weiser Mann oder auch eine weise Frau, die weiß wo es lang geht, der das Volk vertraut. Heute müssten wir wohl sagen, eine Gruppe von Wissenschaftler/innen, die die Ziele vorgibt, nach denen sich unsere Gesellschaft im Sinne eines gedeihlichen Überlebens von uns Menschen auf diesem Planeten entwickeln soll und kann. Vielleicht sollten wir unser Demokratiemodell mal wirklich hinterfragen.

    Eine andere Herangehensweise zur Lösung des Klimaproblems wäre vielleicht, dass wir einen Computer mit allen Daten füttern, die für einen Erhalt der Lebensbedingungen auf dem Planeten Erde notwendig sind, lassen ihn ein Programm ausarbeiten, mit dem wir dann unsere Probleme lösen können. Auch das wäre wahrscheinlich möglich. Demokratie können wir dann immer noch zum Zeitvertreib im kleinen Kreis in der Familie mit unseren Kindern spielen.
    Nach dem Ende der „großen Erzählungen“ – sprich dem Verblassen aller Ideologien, die die letzten zweihundert Jahre den Diskurs beherrscht haben, und deretwegen wir uns lange die Köpfe eingeschlagen haben – scheint mir so ein Lösungsmodell gar nicht mehr so abwegig. Man bedenke etwa, auch einen Krieg würde ein Computerprogramm kaum zur Lösung eines Problems vorschlagen, da dessen Folgen für das Ökosystem mit zu vielen Nachteilen verbunden wären.

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